Hochsaison: Eisbrecher
WINTER

Vereistes Meer schafft Probleme

Der strenge diesjährige Winter hat auch Schweden fest im Griff – zu Land und zu Wasser: Seit 14 Jahren waren schwedische Hoheitsgewässer nicht mehr so stark vereist. An den meisten Küsten muss sich der Bootsverkehr nun auf Sonder-Bedingungen einstellen. Lediglich im hohen Norden ist die Lage bisher nicht auβergewöhnlich. „Der groβe Unterschied diesmal ist, dass der Winter einen Monat früher begonnen hat“, sagt Kent Björnvik, Kapitän auf dem Eisbrecher Ymer. „Nun ist im Prinzip alles von Eis bedeckt – bis hinunter zur Ålandsee.“

Der „Ymer“ ist eines der insgesamt sechs schwedischen Schiffe, die ausschlieβlich als Eisbrecher eingesetzt werden. Gerade ist das imposante Schiff in den Hafen im nordschwedischen Luleå eingelaufen, wo nach zweiwöchigem Aufenthalt im Bottenvik Personal ausgetauscht werden soll. Wenn man auf der Karte eine Linie zwischen Stockholm und dem estnischen Tallin zieht, so ist das Meer nördlich dieser Linie jetzt vollständig von Eis bedeckt, erklärt Kent Björnvik. Nur ein klitzekleines Stück im südöstlichen Teil der Bottensee ist eisfrei – jedenfalls bisher: „Dort liegt die Temperatur unter einem Grad plus. Sobald Windstille eintritt, vereist es dort auch“, meint der Kapitän.

Der schwedische Wetterdienst SMHI misst jedes Jahr den Grad der Eis-Ausbreitung in der Ostsee, im Kattegatt und in den östlichen Teilen des Skagerak. Die Bezeichnung „Normal“ ist in diesem Winter nun gegen „Streng“ ausgetauscht worden – etwa die Hälfte der gesamten Wasserfläche, die einfrieren könnte, ist jetzt von Eis bedeckt. Langsam nähert sich Schweden damit dem harten Winter im Jahr 1996. Damals brachte das Eis vor allem für Fischer und für den Fährbetrieb an der Westküste sowie an dem Küstenstreifen zwischen Stockholm und dem Kalmarsund Probleme.

Die Eisbrecher müssen nun unter anderem See-Gütertransporte nach Finnland begleiten. „Heute Nacht haben wir beispielsweise einen Lastkahn nach Brahestad gebracht. Dort waren zwei Stunden Zeit, danach haben wir den Kahn wieder mit zurück nach Luleå genommen", so Björnvik.

Die weite Ausbreitung des Eises geht allerdings nicht unbedingt mit einer groβen Dicke der Eisdecke einher. In Luleå beispielsweise hat der reichlich gefallene Schnee als „Isolationsmaterial“ gesorgt – mit neuerlichen Problemen: An vielen Stellen ist das Eis so dünn, dass die traditionellen Wege über das Eis, auf denen kleine Inseln gewöhnlich im Winter zu erreichen sind, in diesem Jahr bisher nicht benutzt werden können. „Die Eisdecke dort ist vielleicht gerade mal zehn bis 15 Zentimeter dick. Und der Schnee isoliert ja weiterhin – das Eis kann also nicht dicker werden“, erklärt Eisbrecher-Kapitän Kent Björnvik.

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".