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Gesundheitswesen

Patienten zufrieden mit Hausärzten

Schwedens Gesundheitswesen ist in den vergangenen Jahren immer wieder stark in die Kritik geraten. Das gilt vor allem für die langen Wartezeiten auf Behandlungen. Die jüngsten Schlagzeilen in Sachen Gesundheitswesen sind jedoch positiv: Die meisten Patienten, die ein Ärztehaus aufsuchen, sind demnach mit dem Besuch zufrieden.

Rund 100.000 Patienten haben an der Befragung teilgenommen, deren Ergebnisse der Verband Schwedischer Kommunen und Provinziallandtage, SKL, jetzt veröffentlicht hat. Berücksichtigt wurden darin sämtliche schwedische Provinzen mit Ausnahme der Provinzen in Norrland.

Jeder Vierte gab in der Untersuchung an, vor allem mit der Art und Weise des Kontakts mit dem medizinischen Personal zufrieden zu sein. Gleich danach folgten auf der Liste der positiven Gesichtspunkte Vertrauen sowie der Nutzen der Behandlung.

Leichter Vorsprung der Privaten

Sofia Tullberg, Projektleiterin für die Patientenbefragung, ist erfreut darüber, dass offenkundig so viele Menschen mit den Ärztehäusern zufrieden sind. „Generell kann man feststellen, dass die Urteile äuβerst positiv ausfallen, was natürlich sehr erfreulich ist. Vorerst handelt es sich um einen ersten Überblick, wir müssen die Ergebnisse noch gründlicher auswerten. Aber eines kann man doch schon sehen: Bei den acht Indikatoren, die der Untersuchung zu Grunde liegen, schneiden die privaten Ärztehäuser etwas besser ab als diejenigen, die in Regie der Provinziallandtage geführt werden."

Neben den oben genannten Indikatoren Kontakt, Vertrauen und Nutzen der Behandlung ging es auch um die Frage, ob der Patient das Ärztehaus weiterempfehlen würde, sowie um Zugänglichkeit, das Gefühl der Teilhabe, Information und Gesamteindruck. Bei Teilhabe, Information und Gesamteindruck gaben die Patienten jeweils die schlechtesten Noten.

Behandlung als Prozess sehen

Offenkundig versäume das medizinische Personal in der Beziehung zum Patienten wichtige Aspekte, schlussfolgert Sofia Tullberg. Die Schwachpunkte des Systems liegen demnach vor und nach dem Arztbesuch: „Man ist sehr stark auf das Hier und Jetzt ausgerichtet und scheint den Weg des Patienten nicht so recht als einen Gesamtprozess zu betrachten", so Tullberg. Nicht zuletzt hier will man die Ergebnisse noch gründlicher analysieren.

Am besten schneiden in der Untersuchung die Provinzen Halland und Kalmar ab. Schlusslichter sind Västernorrland und Sörmland. Der Verband Schwedischer Kommunen und Provinziallandtage will die Befragung von Patienten zur Behandlungsqualität fortsetzen. Als Nächstes wird man sich der Facharztbehandlung zuwenden. Untersucht werden soll dann unter anderem die offene und geschlossene Psychiatrie.

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