Gefahren aus dem Internet

Medikamente per Mausklick

Nicht immer sind Medikamente hilfreich. Bisweilen können sie direkt gefährlich sein - zum Beispiel, wenn es sich um Fälschungen handelt oder wenn der Patient leichtfertig auf ärztlichen Rat verzichtet. Laut einer Studie des Pharmakonzerns Pfizer erwerben schwedische Konsumenten über das Internet jährlich Pillen, Tropfen und Pasten im Wert von insgesamt umgerechnet 86 Millionen Euro - und bei diesen Käufen lauert so mancher Fallstrick.

Dass viele der im Internet angebotenen Medikamente in Wirklichkeit nur Nachbildungen sind, sei eine ernst zu nehmende Gefahr für die allgemeine Gesundheit, betont Kerstin Hjalmarsson vom Staatlichen Amt für Arzneimittelwesen. „Auβerdem müssen sich die Allgemeinheit und die Konsumenten darüber im Klaren sein, wie wichtig es ist, einen Arzt zu konsultieren. Nicht zuletzt um abzuklären, welche anderen Medikamente der Patient möglicherweise nimmt und ob sich diese Medikamente mit den Mitteln vertragen, die man selbst über das Internet kauft. Nebenwirkungen können sich ändern, es können unerwartete Wechselwirkungen eintreten. Daher ist der Arzt-Kontakt von groβer Bedeutung."

Mausklick statt langem Warten

Kontakt mit dem gewünschten Arzt zu bekommen, ist in Schweden freilich nicht immer leicht. Zwar besagt die 2005 eingeführte so genannte Pflegegarantie, dass ein Patient spätestens innerhalb von 90 Tagen einen Termin bei einem Spezialisten erhalten soll. Doch erstens wird diese Frist nicht immer eingehalten und zweitens sind auch die offiziellen drei Monate Wartezeit so manchem zu lang. Die Folge: Selbsthilfe per Mausklick. Ein Grund dafür, dass so mancher dabei falschen Internet-Apotheken auf den Leim geht, kann laut Kerstin Hjalmarsson auch die erst kürzlich aufgelöste, jahrzehntelange Allmacht des staatlichen Apothekenmonopols sein: Viele Menschen hier zu Lande seien es nicht gewohnt, über den Verkauf von Arzneimitteln kritisch zu reflektieren. Gleichzeitig ist die Unterscheidung zwischen seriösen und unseriösen Websites nicht immer leicht.

Sorglose Patienten

An der Untersuchung, durchgeführt im November und Dezember vergangenen Jahres, hatten insgesamt 1000 Schweden teilgenommen. Dreiβig Prozent von ihnen wussten beispielsweise nicht, dass das Potenzmittel Viagra in Schweden - ebenso wie in Deutschland - verschreibungspflichtig ist und in Kombination mit anderen Medikamenten lebensgefährlich sein kann. Zwanzig Prozent fanden nichts dabei, verschreibungspflichtige Medikamente ohne ärztlichen Rat zu kaufen.

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