Mehrfach arteten Anti-Israel-Demonstrationen in Malmö aus
ANTISEMITISMUS

Gewalt gegen Juden eskaliert

Die Polizei im südschwedischen Malmö will sich künftig stark auf die Bekämpfung der eskalierenden Gewalt gegen Juden konzentrieren. Susanne Gosenius, bei der Polizei Skåne zuständig für den Bereich so genannter Hassverbrechen, sagte im Schwedischen Rundfunk, man stehe in engem Kontakt mit der jüdischen Gemeinde. „Wir haben erfahren, dass sich viele bedroht fühlen, aus verschiedenen Gründen jedoch nicht Anzeige erstatten. Wir arbeiten auch innerhalb der Polizei intensiv mit Information und Ausbildung. Im Frühjahr werden wir Ermittler speziell für so genannte Hassverbrechen ausbilden.“

Im Jahr 2009 hatte sich in Malmö die Zahl angezeigter so genannter Hassverbrechen mit religiösen, rassistischen und homophoben Motiven im Vergleich zum Vorjahr auf insgesamt 269 verdreifacht. Am stärksten war nach Angaben der Polizei der Anstieg antisemitischer Hassverbrechen. Diese machten 2009 insgesamt 30 Prozent solcher Verbrechen aus. Für ganz Schweden liegt der Anteil bei drei Prozent.

Rund 30 jüdische Familien sind in jüngster Zeit nach anhaltenden Drohungen aus Malmö weggezogen. „Es ist unmöglich, sich auf der Straβe als Jude erkennen zu geben. Wenn man das tut, läuft man Gefahr, ganz schnell angegriffen zu werden“, sagte Yoseph Goldberg, der sich ebenfalls entschlossen hat, gemeinsam mit seiner Familie Malmö zu verlassen.

Über die Täter gab es seitens der Polizei noch wenig konkrete Angaben. Laut Susanne Gosenius von der Polizei Skåne sind mehrere der angezeigten Straftaten im Zusammenhang mit anti-israelischen Demonstrationen begangen worden. Vielfach wisse man nichts über die Täter. „Aber dort, wo wir Angaben von den Opfern und Beschreibungen von Tätern und von den Demonstrationsteilnehmern haben, sind teilweise Täter genannt worden, die offenbar aus dem Nahen Osten stammen“, sagte Gosenius. Mehrere der betroffenen Juden hatten Muslime als Täter genannt. Malmö ist für seinen hohen muslimischen Bevölkerungsanteil bekannt.

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