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Zwei Planken und die Fracht, bestehend aus Kalksteien
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Öffnung in der Reling, wo man an Land ging, verziert mit geschnitzten Walen
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Nahaufnahme Ruder
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Nahaufnahme einer Galionsfigur
Marinearchäologie

Mehr Zeitkapseln am Grund der Ostsee

Mindestens 12 historisch wertvolle, bisher unbekannte Wracks sind bei den Vermessungen für die Gas-Pipeline Nord Stream zwischen Russland und Deutschland geortet worden. Das älteste Fundstück ist vermutlich 1 000 Jahre alt.

Per Norman von der schwedischen Denkmalschutzbehörde, bezeichnet die entdeckten Wracks als wichtig: „Von dreien sind die Rümpfe vollständig erhalten. Sie stehen aufrecht in mehr als 100 Metern Tiefe auf dem Meeresboden. Sie sind das, was wir in der Fachsprache als geschlossene kulturgeschichtliche Kontexte bezeichnen und sehr wahrscheinlich von großem kulturhistorischem Wert.“

Mit Masten
Auf diesen Schiffen ist die Zeit seit dem Untergang sozusagen stehen geblieben. Niemand hat sie in der Tiefe berührt oder beeinflusst. Bei einigen sind sogar noch die Masten intakt, soweit man auf den Bildern erkennen kann, nur die Segel fehlen. Neun der bisher unbekannten Fundplätze, die bei den Vorarbeiten zur Gas-Pipeline östlich der Insel Gotland ausgemacht wurden, sind besonders interessant.

Die schwedischen staatlichen Marinemuseen haben Nord Streams Fotos der Funde analysiert und sie als wertvoll eingestuft. „Eines der Wracks kann aus dem Mittelalter stammen. Andere kommen aus dem 17. Jahrhundert, und die meisten versanken im 18. und 19. Jahrhundert“, schätzt Per Norman.

Bauarbeiten stören nicht
Die Wracks befinden sich innerhalb der schwedischen Wirtschaftszone in der Ostsee und sind beim Bau der Pipeline nicht im Wege. Nord Stream werde sie während der Bauarbeiten schützen, versichert Kommunikationschefin Tora Leifland Holmström: „Wir passen die Arbeiten so an, dass keine Wracks zu Schaden kommen. Wir haben mit marinearchäologischen Funden gerechnet. Das gehört zu den Bedingungen, wenn man Rohrleitungen wie unsere plant.“

Die gesunkenen Schiffe gelten als einzigartig und werden nun vom schwedischen Amt für Denkmalschutz registriert. Eine genauere Untersuchung wird die Behörde jedoch in der nächsten Zeit nicht vornehmen, dafür liegen die Wracks zu tief, sagt Per Norman. „Wir erforschen nicht jeden Fund in seinen Einzelheiten, sobald wir ihn gemacht haben. Meist wird er nur registriert und die Registrierung kommt dann in unser Archiv. Später findet das Material möglicherweise im Rahmen bestimmter Forschungsprojekte Verwendung.“

Keine exakte Erforschung
Die zahlreichen Funde in der Ostsee sind ein Fingerzeig darauf, dass hier eine wahre archäologische Goldgrube liegt. „Der Meeresboden ist im Prinzip völlig unerforscht“, sagt Per Norman. „Bei infrastrukturellen Investitionen wie Gas- oder Kabelleitungen oder Windkraftparks im Meer stößt man heutzutage zunehmend auf Entdeckungen dieser Art.“

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