Foto: Pontus Lundahl/Scanpix.
Tarifkonflikt

Arbeitgeberchef schilt Gewerkschaften

Update 12:18

Im laufenden Tarifkonflikt der Industrie hat der Geschäftsführer des Industrie- und Arbeitgeberverbandes, Urban Bäckström, die Gewerkschaften scharf kritisiert. Schweden befinde sich nach wie vor in einer tiefen Wirtschaftskrise, Streikandrohungen seien in dieser Situation fehl am Platze, sagte Bäckström. Die Industrie habe 25 Prozent ihrer Produktionsvolumen verloren, die Arbeitslosigkeit gehe gegen 10 Prozent, „ich frage mich, wann die Gewerkschaften zur Vernunft kommen“, sagte Bäckström. Die Vorsitzende des Dachverbandes der Arbeitergewerkschaften, Wanja Lundby-Wedin, konterte, ein Eingreifen von höchstem Ort in laufende Tarifverhandlungen gehöre nicht „zum guten Ton“ und schade den Verhandlungen.

Die Industriegewerkschaften hatten am Samstag ohne Bedenkzeit einen erneuten Kompromissvorschlag der Vermittler abgelehnt. Dieser habe mit 0,7 Prozent auf 12 Monate und einer Laufzeit von nur einem Jahr niedrigere Lohnerhöhungen enthalten, als der erste Vorschlag, und sei „provozierend“ gewesen, so die Gewerkschaft zur Begründung. Die Gewerkschaft nimmt die Renditen, die schwedische Unternehmen an die Aktionäre auszahlen als Beleg dafür, dass finanzielle Möglichkeiten für Lohn- und Gehaltserhörungen in der geforderten Höhe von rund 2,6 Prozent bestünden. Die Arbeitgeber wollen eine Nullrunde. Sollte innerhalb der kommenden zwei Wochen kein Tarifabkommen erreicht sein, drohen Streiks.

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