Immer mehr Lämmer werden drinnen gehalten (hier: Norrby Gård )
TIERHALTUNG

Tierschützer besorgt über Lammaufzucht

Im Zusammenhang mit der Aufzucht von Lämmern sind in Schweden erneut Tierschutzfragen in den Blickpunkt geraten. Da sich Lammfleisch bei den Verbrauchern wachsender Beliebtheit erfreut, investieren schwedische Lammproduzenten in eine umfangreiche Intensivaufzucht, die zumeist in Ställen betrieben wird.

Nach einer Untersuchung, die der Schwedische Rundfunk gemeinsam mit der Tageszeitung Svenska Dagbladet durchführte, wird mittlerweile bereits jedes fünfte Lamm lebenslang im Stall gehalten, ohne jemals ins Freie zu kommen. Zudem läuft unterdessen ein Pilotprojekt zur Zucht besonders fleischreicher Lämmer. Dabei wird weiblichen Schafen nach einer Hormonbehandlung im Laufe einer Operation jeweils ein Embryo der fleischreichen Rasse eingepflanzt.

Sven Stensson, Vorsitzender der Organisation Tierschutz, gab im Schwedischen Rundfunk seiner Befürchtung Ausdruck, dies werde dem schwedischen Ansehen schaden. "Die Debatte wird ein Echo finden, auf jeden Fall in Europa", sagte er. Schweden stelle sich international vielfach als Vorbild in Sachen Tierschutz dar. "Man schaut sehr auf Schweden und darauf, was wir hier tun, und selbst sind wir schnell dabei, zu sagen, was wir vom Tierschutz in anderen Ländern halten. Diese Fragen können nun auf uns zurückfallen", so Stensson.

Die schwedische Tierhaltung war in jüngster Vergangenheit mehrfach in die Kritik geraten. Für Aufsehen hatten im Herbst Berichte über weit verbreitete Missstände in schwedischen Schweineställen gesorgt.

(Radio Schweden 16.3.2010)

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