Sexübergriffe in der Katholischen Kirche

Katholischer Bischof bietet Rücktritt an

Der katholische Bischof von Schweden, Anders Arborelius, hat seinen Rücktritt angeboten. Hintergrund ist ein weiterer Fall sexuellen Missbrauchs innerhalb der schwedischen katholischen Kirche, der in den vergangenen Tagen ans Tageslicht kam. Es geht um zwei Schwestern, die vor mehr als 30 Jahren von einem Priester missbraucht wurden, der zugleich mit der Mutter ein Verhältnis hatte. Bereits 1990 hatte eine der Schwestern sich an den damaligen katholischen Bischof gewandt, der den Fall vertuscht hatte.

Arborelius erfuhr von den Übergriffen im Jahr 2003, leitete aber auch keine Maßnahmen ein. Auch als vor einigen Wochen im Zuge der Berichterstattung über sexuelle Übergriffe innerhalb der katholischen Kirche ein schwedischer Fall bekannt wurde, verschwieg Arborelius jede Kenntnis der beiden Schwestern. Ein großer Fehler, sagt der Bischof nun: „Ich wusste, dass wir darüber gesprochen hatten, aber ich hatte den Fall noch nicht weiter untersucht. Weil ich zugleich der Seelsorger der Mutter war, wusste ich nicht recht, wie ich vorgehen sollte. Das ist der Grund, warum ich jetzt möchte, dass dies gründlich untersucht wird. Sollte mir ein grober Fehler nachgewiesen werden, bitte ich den Heiligen Vater, mich von meinem Amt zu lösen“, so Arborelius im Schwedischen Rundfunk. Der katholische Bischof erwägt, die Regierung zu bitten, einen Sonderbeauftragten einzusetzen, der den Fall unabhängig untersucht.
Die Katholische Kirche in Schweden hat eigenen Angaben zufolge 90 000 Mitglieder.

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