Verbot von Leerverkäufen

Schwedischer Markt kritisch

Am schwedischen Aktienmarkt hat das deutsche Verbot ungedeckter Leerverkäufe und spekulativer Kreditausfallversicherungen Kritik ausgelöst. Wie Aktienmärkte in aller Welt fiel die Stockholmer Börse am Mittwoch dramatisch. „Wir brauchen nicht noch mehr Unsicherheit im Markt, die Unruhe um den Euro genügt. Dass jetzt noch mehr Unruhe entsteht dadruch, dass Staaten versuchen, Regulierungen einzuführen, das können wir in der derzeitigen Situation nicht gebrauchen,“ sagte etwa der Aktienchef von Swedbank, Ronny Jacobsson und drückte damit eine vorherrschende Stimmung aus.

Es bestehen auch Zweifel an der Wirksamkeit des Verbotes. So kommentierte der leitende Geschäftsstratege der Bank SEB, Johan Javéus: „Es kommt ganz darauf an, ob andere Länder in Europa und der ganzen Welt dem deutschen Beispiel folgen und ähnliche Regeln einführen. Deutschland hofft ja auf entsprechende Beschlüsse beim G20-Treffen bereits im Juni.“

Finanzminister Anders Borg glaubt nicht, dass die EU insgesamt dem deutschen Beispiel folgen wird, und für Schweden sieht der Minister keinen Bedarf. Die Reichsbank sei der Ansicht, die schwedischen Märkte funktionierten ohne weitere Regelungen, so Borg in der Wirtschaftszeitung Dagens Industri.