Wahlkampf der Sozialdemokraten

Stadt-Land-Konflikt

Innerhalb der schwedischen Sozialdemokratie ist ein Stadt-Land-Konflikt entbrannt. Auf einer Konferenz für Kommunalpolitiker kritisierten Vertreter aus den Großstadtregionen die Wahlkampfstrategie der Partei, die Steuererhöhungen für Besserverdienende, die Wiedereinführung einer Immobiliensteuer für teure Immobilien sowie eine Vermögenssteuer vorsieht. Da sich der steuerliche Wert von Immobilien nach dem geschätzten Marktwert berechnet haben Immobilienbesitzer in den Großstädten mit wesentlich höherer Steuerbelastung zu rechnen als auf dem Land.

„Ich treffe viele ganz normale Wähler mit durchschnittlichen Einkommen. Sie verdienen gut, aber fragen sich, warum sie relativ gesehen mehr Steuern zahlen sollen als in anderen Landesteilen, nur weil sie auf Bildung gesetzt und sich in einer Großstadtregion niedergelassen haben“, sagte Anders Johansson, Bürgermeister in der Kleinstadt Sigtuna vor den Toren Stockholms.

Thomas Östros, Wirtschaftspolitischer Sprecher der Sozialdemokraten und ehemals Finanzminister, wies die Kritik zurück: „Als ehemaliger Steuerminister weiß ich, wie wichtig es ist nach einer Periode mit gigantischen Steuersenkungen an die am besten Verdienenden den Menschen sagen zu können, dass eine bessere Verteilung tatsächlich möglich ist. Und dass man dies machen kann, ohne Kleinunternehmer und andere produktive Tätigkeiten zu schädigen.“

Die bürgerliche Koalition hat die Einkommenssteuern gesenkt und die progressiven Immobiliensteuern durch eine einheitliche relativ geringe Gebühr für alle Hauseigentümer ersetzt.