Wetter

Hitzewelle in Schweden

Die letzten Wochen waren in ganz Schweden ungewöhnlich warm. Wärmerekorde wurden landesweit gemessen, so kletterte das Thermometer in Lund am Sonntag auf 34,3 Grad – zum ersten Mal seit Beginn der Temperaturmessung im Jahr 1753.

Auch wenn Temperaturen um die 25 Grad manchem Mitteleuropäer eher angenehm erscheinen mögen und Südeuropäer sich frierend eine Jacke überziehen – in Skandinavien kommt dies nicht jeden Sommer vor und von einer Hitzewelle spricht man, wenn das Thermometer fünf Tage nacheinander die 25-Grad-Grenze erreicht.

Von minus 37,5 auf plus 28,6 Grad
Frappierend sind hier vor allem die großen Temperaturunterschiede. Im nordschwedischen Junsele war es Anfang Juli ganze 66 Grad wärmer als fünf Monate zuvor. Von Schnee und Eis bei minus 37,5 Grad auf 28,6 Grad und Sonnenschein – diese Extreme schlagen manchem Schweden auf die Gesundheit. Besonders ältere und kranke Menschen leiden unter der Hitze. Nach einer Woche anhaltender Wärme bei Temperaturen über 25 Grad ist die Anzahl von Todesfällen unter Personen mit Krankheiten wie Demenz um 90 Prozent gestiegen, wie ein Bericht des Instituts für Volksgesundheit zeigt. Zudem sorgen kräftige Wärmegewitter und Unwetter für Chaos. In der Nacht zu Dienstag zog eine Gewitterfront über die westlichen Landesteile hinweg. Die Feuerwehr meldete Brände und Überschwemmungen. An der Westküste musste die Küstenwache zahlreiche in Seenot geratene Boote retten.

Einzelhandel: Hitze hat positive und negative Effekte
Auch der schwedische Einzelhandel spürt die Auswirkungen der Hitzewelle. Maria Sandow von der Organisation Svensk Handel erklärt: „Wenn es so extrem warm ist wie jetzt gerade, bleiben die Leute nicht in den Städten, sondern reisen ans Meer. Wenn wir am Strand liegen, dann haben wir nicht so viel Lust, einkaufen zu gehen.“ Andererseits ist in Schweden gerade touristische Hochsaison, was wiederum einen positiven Effekt auf den Einzelhandel habe: „In den letzten zwei Jahren haben wir gemerkt, dass viele Schweden im eigenen Land Urlaub machen. Das kann natürlich auch beeinflussen, wie viel wir verkaufen. Mehr ausländische Touristen kommen außerdem. Diese beiden Faktoren haben einen positiven Einfluss auf den Einzelhandel im Sommer.“