Arbeitsalltag

Leitfaden zum Umgang mit sozialen Medien

Immer mehr schwedische Gemeinden und Behörden erstellen eigene Bloggs und Seiten in sozialen Medien wie Facebook. Die staatliche Behörde für Datenschutz (Datainspektionen) hat einen Leitfaden für diese Internetauftritte herausgegeben.

Die Behörde für Arbeitsmilieufragen (Arbetsmiljöverket) unterhält eine eigene Seite bei Facebook, auf der die Nutzer Arbeitsplatzthemen diskutieren können. Ulrika Andersson, Juristin beim Datenschutzamt; schaut die Homepage gerade durch: „Da besteht die Gefahr, dass jemand mal etwas Unangebrachtes schreibt. Zum Beispiel: ‚Ich habe Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, mein Chef hat Alzheimer’."

Sensible Personenangaben
Wenn diese Personenangabe sich zurückverfolgen lässt, gehört sie nicht ins Internet und kann vielleicht sogar üble Nachrede sein. Die Verantwortlichen sind verpflichtet, dafür zu sorgen, dass dieser Diskussionsbeitrag radiert wird", verdeutlicht die Juristin.

Die Regeln dafür, wer die Verantwortung für Äußerungen in sozialen Medien trägt, sind oft schwer zu interpretieren. Daher hat die Datenschutzbehörde überprüft, wie Behörden, Gemeinden und Unternehmen mit sozialen Medien umgehen und einen Leitfaden zusammengestellt.

Verantwortlicher im Unternehmen
Ein wichtiger Rat ist, dass jeder Betreiber einer Website einen Web-Verantwortlichen ausersieht, der ungeeignete Kommentare so schnell wie möglich entfernt. „Wir sind der Ansicht, dass ein Betreiber auch dafür zuständig ist, anstößige Kommentare zu radieren. Wenn man das nicht tut, ist man verpflichtet Schadenersatz zu zahlen. Das hängt mit dem Gesetz über Personenangaben zusammen", erläutert Andersson die juristische Lage.

Lieber freundlich abwehren
Die schwedischen Streitkräfte haben seit ungefähr einem Monat ein eigenes Konto beim sozialen Netzwerk Facebook. Ihre Strategie sieht vorläufig noch etwas anders aus als im neuen Leitfaden der Datenschutzbehörde: Bisher sei es noch nicht nötig gewesen, Kommentare zu entfernen, sagt Marketingchef Fredrik Svahn: „Wir haben einen Moderator, der kontrolliert, dass keine unangebrachten Kommentare auf der Seite stehen. Vorrangig wollen wir solche Kommentare auch nicht entfernen, sondern lieber darauf antworten und darauf hinweisen, dass die jeweiligen Diskussionsteilnehmer sich im Ton vergreifen."