Psychiatrie in Sundsvall in der Kritik

Trotz massiver Kritik werden Frauen, die sich selbst Verletzungen zufügen, in der gerichtspsychiatrischen Klinik im mittelschwedischen Sundsvall weiterhin gemeinsam mit verurteilten Kriminellen betreut. Dies berichtet der Schwedische Rundfunk.

Der Versuch, die Frauen separat auf einer Spezialabteilung unterzubringen, sei nach einem halben Jahr abgebrochen worden, da sich die Patientinnen gegenseitig zu Selbstverletzungen angestachelt hätten, sagte der Klinikleiter. Die gemeinsame Unterbringung mit Verbrechern wird vor allem mit den vergleichsweise umfangreichen Ressourcen der Gerichtspsychiatrie begründet. Die Psychiatrie in Schweden war in den vergangenen Jahren massiv in die Kritik geraten. Nicht zuletzt die im gesamten Gesundheitswesen üblichen langen Wartezeiten wirken sich in der Psychiatrie vielfach verhängnisvoll aus, so bei der Behandlung von akut Selbstmordgefährdeten.