Reform der Lehrerstudiengänge

Kritik an zu großer Eile

Die von der bürgerlichen Regierung für Herbst 2011 geplante Neuordnung der Lehrerstudiengänge hat Unruhe an Schwedens Universitäten ausgelöst. Viele Beteiligte finden, der Prozess gehe zu schnell.

Wichtigstes Ziel der Reform ist, die inhaltliche Qualität der Lehrerausbildung zu steigern. Dazu wird zunächst jede Universität, die sich um die Lehrerausbildung bewirbt, eingehend geprüft. Dieser Vorgang könnte unter der Eile leiden, fürchtet Anders Gustavsson, Konrektor der Universität Stockholm und zuständig für die Lehrerausbildung: „Es ist ja sehr wichtig, die hohen Anforderungen abzuprüfen. Und zu große Eile würde mich da beunruhigen. Wird man die hohen Anforderungen über Bord werfen, die ja eigentlich das Ziel der Reform sind?“

Zwei Stunden für Mathe-Antrag

Bei den Anträgen für die einzelnen Fachgebiete habe die kurze Zeitfrist bereits ihre Spuren hinterlassen, erklärt Gastdozent Magnus Hultén, der die Anträge der Uni Stockholm für die Fächer Mathematik und Naturwissenschaften formuliert hat. „Man nimmt was man findet und das Kollegium hat keine Zeit, sich ordentlich abzusprechen“, erklärt er. Den Antrag für Mathematik habe er in zwei Stunden geschrieben, an dem für Naturwissenschaften habe er mit Kollegen zwei Vormittage gesessen.

Hochschulbehörde stimmt in Kritik ein

Auch die Hochschulbehörde, die alle Anträge bearbeitet und die Universitäten schließlich aussuchen wird, die künftig Lehrer ausbilden dürfen, hätte lieber mehr Zeit zur Verfügung gehabt, sagt Projektleiter Tomas Tengtoft. „Aber jetzt im Herbst sind Wahlen, da will die Regierung das wohl vorher auf den Weg gebracht sehen. Man will zeigen, dass man die Lehrerausbildungsreform wirklich ernst meint und daher nicht auf eine Einführung erst 2012 warten, was für die Behörde und die Lehrstühle wohl besser gewesen wäre.“

Lehrerausbildung wichtig

Dass dies der Grund für die Eile ist, bestätigt Peter Honeth, der im Bildungsministerium zuständige Staatssekretär: „Die Lehrerausbildung ist uns sehr wichtig und daher möchten wir die Reform bereits zum Wintersemester 2011 durchführen. Wir möchten nicht noch ein weiteres Jahr warten.“

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