Sein Fußvolk ist nicht willkommen: SD-Chef Jimmie Åkesson (Foto: Fredrik Persson/Scanpix)
SCHWEDENDEMOKRATEN

Gewerkschafts-Boykott gegen Schwedendemokraten

Nach dem Wahlerfolg der rechtspopulistischen Schwedendemokraten (SD) hat eine Reihe schwedischer Gewerkschaftsverbände den Vorsatz geäuβert, Mitglieder der Partei von den eigenen Reihen fernzuhalten. Das berichtet die Tageszeitung Dagens Nyheter.

So dürfen aktive SD-Mitglieder nicht der Gewerkschaft der Gesundheitsangestellten angehören. Sie teilten die grundlegenden Wertungen ihres Verbandes nicht, sagte die Vorsitzende der Fachgewerkschaft, Anna-Karin Eklund, der Zeitung. Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Metall, Anders Ferbe, sagte, die Ideen der Schwedendemokraten widersprächen „allem, wofür wir stehen". Gleichwohl könne man Parteimitglieder nicht „automatisch herauswerfen". Die Metaller-Gewerkschaft prüft derzeit den Fall eines Gewerkschaftsmitglieds, das für die SD in eine Kommunalvertretung gewählt worden ist. Die Akademikergewerkschaft SSR hatte zur Wahl 2006 ein aktives SD-Mitglied ausgeschlossen. Bei SSR wird über das Verbleiben von SD-Mitgliedern im Verband von Fall zu Fall entschieden.

Die Schwedendemokraten werden in diesem Jahr erstmals in den Schwedischen Reichstag einziehen. Mit Sanktionsbeschlüssen gegen SD-Funktionäre könnten die Verbandsführungen teilweise in Widerspruch zu ihren Mitgliedern geraten. Nach Wahllokaluntersuchungen hatten die SD bei den Reichstagswahlen ihre Positionen unter den Mitgliedern des gröβten schwedischen Gewerkschaftsdachverbandes LO stärken können. Die SD erhielten demnach 5,5 Prozent der LO-Stimmen, doppelt so viel wie in der Wahl 2006.

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