Die Versicherungskasse wollte kein Geld herausrücken
GESUNDHEIT

Schwangere erstritten Krankengeld

Das Oberlandesgericht Svea hat in zweiter Instanz vier Frauen Recht gegeben, die die Versicherungskasse wegen Geschlechtsdiskriminierung im Zusammenhang mit ihrer Schwangerschaft verklagt hatten. Damit bestätigte das Gericht das Urteil des Stockholmer Amtsgerichts.

Sämtliche vier Frauen waren aufgrund von Beschwerden im Zusammenhang mit der Schwangerschaft von den behandelnden Ärzten in den letzten Schwangerschaftsmonaten ganz oder teilweise krank geschrieben worden. Die Frauen, die als Busfahrerin, Krankenschwester und Kindergärtnerin in Tätigkeitsbereichen mit hoher Belastung arbeiteten, litten an Beschwerden wie Müdigkeit, Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit und schmerzhaften Kontraktionen.

Die Versicherungskasse hatte den Anspruch auf Krankengeld jedoch mit der Begründung zurückgewiesen, dergleichen Beschwerden seien in einer Schwangerschaft normal. Der Diskriminierungsombudsman hatte sich daraufhin in den Fall eingeschaltet und geltend gemacht, eine Person, die nicht schwanger sei, jedoch die gleichen Beschwerden aufweise, hätte Krankengeld erhalten. 

Das Oberlandesgericht urteilte nun: "Es ist anzunehmen, dass einem nicht-schwangeren Mann mit ähnlichen Beschwerden Krankengeld bewilligt worden wäre." In Schweden gibt es keinen verpflichtenden Mutterschutz vor der Geburt. Wenn eine Frau wegen ihrer Schwangerschaft ihrem Beruf nicht mehr nachgehen kann, erhält sie frühestens 60 Tage vor dem errechneten Geburtstermin des Kindes Schwangerschaftsgeld für maximal 50 Tage.

Die vier Frauen erhalten zudem jeweils umgerechnet rund 1500 Euro Schadenersatz. Vom Amtsgericht waren ihnnen je 5000 Euro bewilligt worden.

Beim Diskriminierungsombudsman sind gegenwärtig noch 14 ähnliche Klagen anhängig.

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