Tritt demnächst seine Reise zum finnischen Schmelztiegel an
Währung

Um ein Zahlungsmittel ärmer: 50-Öre-Münze wird abgeschafft

Schweden nimmt Abschied von seiner 50-Öre-Münze. Nach fast 150 Jahren ist der Fünfziger, an die fünf Cent wert, ab dem 1. Oktober kein Zahlungsmittel mehr. Damit verschwindet auch die Öre insgesamt aus der schwedischen Zahlungsgeschichte und überlässt der Krone das Feld.

Nicht selten weinen Menschen Geld nach. Bei der 50-Öre-Münze ist es anders. Dass das kleine Kupferstück überhaupt abgeschafft wird, ist Volkes Wille: Zwei von drei Schweden finden die Münze unnütz. 

„Ich arbeite in einem Geschäft, und diese Fünfziger sind so was von lästig“, sagt die junge Verkäuferin, und ein Kunde ergänzt: „Ja, die sind wirklich nur im Wege. Sehr störend.“ 

So geht eine Ära ohne Tränen zu Ende. 1862 wurde die 50-Öre-Münze erstmalig als Zahlungsmittel benutzt, damals noch aus Silber. Heute sind 394 Millionen Kupfer-Fünfziger im Umlauf, im Wert von umgerechnet fast zwei Millionen Euro. Bei der Reichsbank geht man davon aus, dass wie schon bei den Silber-Fünfzigern vor einigen Jahren nur rund ein Drittel abgegeben wird. Vom Verlust von fast anderthalb Millionen Euro abgesehen, wären das dann immer noch gut 44 Tonnen Münzen, die in 20 Lastwagen nach Finnland zum Einschmelzen verfrachtet werden müssen. 

50 Öre damals und heute 

Längst nicht immer war das 50-Öre-Stück so unbeliebt wie heute. Zu Zeiten Gustav Vasas gab es zwar noch keine 50-Öre-Münze, aber im Jahre 1555 entsprach die Summe dem Jahresgehalt einer Milchmagd. 1910 bekam man für 50 Öre eine Glühbirne und 1935 konnte man sich für einen Fünfziger immerhin einen Kinobesuch leisten. 1995, als Handys noch längst nicht etwas für jedermann waren, kosteten sechs Sekunden Gespräch 50 Öre. Heute braucht man den Fünfziger nur noch, um Summen im Lebensmittelgeschäft abzurunden. 

Künftig findet der Einzelhandel dafür andere Lösungen, erklärt Susanne Meyer Söderlind von der Reichsbank: „Wenn die 50-Öre-Münze verschwindet, wird eine neue Abrundungsregel eingeführt. Bis zu 49 Öre wird abgerundet und ab 50 Öre aufgerundet. Das macht sich aber nur bei der Barbezahlung bemerkbar. Bei der Kartenzahlung ändert sich nichts.“ 

Wer nach dem 30. September noch 50-Öre-Münzen findet, hat bis zum 31. März nächstes Jahr Zeit, sie bei der Bank abzugeben. Auch verschiedene Wohltätigkeitsorganisationen sammeln ein weiteres halbes Jahr. Wer auch diesen Termin verschläft, erhält von der Reichsbank folgenden Haushaltstipp: Weil Kupfermünzen Strom äußerst gut leiten, kann man die Geldstücke unter die Töpfe legen. Damit verteilt sich die Hitze besser und das Essen brennt nicht so leicht an.

Liv Heidbüchel

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".