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Überrascht: Andre Geim und Konstantin Nowoselow. Foto: Manchester University, Sciencewatch.com (Foto: Manchester University, Sciencewatch.com)
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Graphen kommt unter anderem in Solarzellen zum Einsatz.
2010

Physikpreis an Andre Geim und Konstantin Nowoselow

Der Nobelpreis in Physik geht an die Professoren Andre Geim und Konstantin Nowoselow von der Universität Manchester „für Bahn brechende Experimente bezüglich des zweidimensionalen Materiales Graphen". Das gab das Nobelkomitee der Schwedischen Wissenschaftsakademie in Stockholm bekannt.

Graphen bezeichnet eine Modifikation des Kohlenstoffes in zweidimensionaler Struktur. Jedes Kohlenstoffatom ist von drei weiteren umgeben, so dass sich ein bienenwabenförmiges Muster ausbildet. Graphen ist strukturell eng mit dem Graphit verwandt. Das Material kommt unter anderem in Solarzellen, Touch-Screen-Bildschirmen und besonders schnellen Transistoren zur Anwendung. Das Material ist extrem haltbar und zugleich sehr leicht.

Forschung sehr jung

Ungewöhnlich ist an dem diesjährigen Preis, dass die Forschungsergebnisse, die er belohnt, erst vor sechs Jahren vorgestellt wurden.

Beide diesjährigen Preisträger sind in Russland geboren und aufgewachsen. Andre Geim, geboren 1958, stammt aus Sochi und ist heute niederländischer Staatsbürger. Konstantin Nowoselow, geboren 1974 in Nizhny Tagil besitzt die russische und die britische Staatsangehörigkeit. Nowoselow ist der jüngste Physikpreisträger seit 1973.

„Ich bin geschockt“

Konstantin Nowoselow nahm die Nachricht sprachlos entgegen: „Ich bin geschockt. Damit hatte ich nicht gerechnet“, sagte er per Telefon zur Nachrichtenagentur TT. Er sagte spontan seine Teilnahme an den Feierlichkeiten in Stockholm zu. Sein Kollege war gefasster, als die Akademie der Wissenschaften vor Hunderten versammelter Journalisten mit ihm sprach: „Es geht mir gut. Mit dem Preis hätte ich allerdings nicht gerechnet. Alle Spekulationen handelten davon, dass 2010 das Jahr der Astrophysik sein werde“, sagte Geim, der auf dem Sprung in sein Labor war.

Die feierliche Übergabe der Preise findet am 10. Dezember aus der Hand des schwedischen Königs statt. Der Preis ist mit umgerechnet einer Million Euro dotiert.

Luise Steinberger

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