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August Strindberg
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August Strindberg mit seinen Kindern
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Sommerliche Kahnpartie
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Schloss Kalmar
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Ländliche Hochzeit
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Selten gewordener Schmetterling

Nordisches Museum nutzt Wikipedia

Museum und Internet – verträgt sich das? Warum eigentlich nicht, sagt man beim Nordischen Museum in Stockholm und tritt mit einer Aktion an die Öffentlichkeit, die sich an kultur-interessierte Computer-Anwender richtet.

Stockholm verdankt seinen Ruf als herausragende Kulturstadt unter anderem der Vielfalt seiner Museen. Eine der Attraktionen ist zurzeit die Ausstellung Hunderter chinesischer Terracotta-Soldaten in einer Felsengrotte unter dem Ostasiatischen Museum. Einen Publikumsmagneten ganz anderer Art hat in dieser Woche das Nordische Museum präsentiert.

Hunderte Bilder aus den reichhaltigen Archiven der ehrwürdigen Institution sind ab sofort bei Wikipedia zu sehen – sorgsam und hochauflösend abfotografiert und der ganzen Welt zugänglich. Fotos, Grafiken und Gemälde laden den Betrachter zu einer Zeitreise vom 19. ins 20. Jahrhundert ein. Da gibt es Momentaufnahmen mitten aus dem schwedischen Leben von einst, aber auch Werke von Künstlern wie Fritz von Dardel oder auch Fotografien von und mit August Strindberg.

Auf die Frage, warum das Museum seine Exponate ins Internet-Lexikon Wikipedia stellt, gibt Museumsdirektor Jonas Hedberg eine einfache Antwort:

„Wir haben eingesehen, dass wir uns dorthin wenden müssen, wo die größten Nutzergruppen zu finden sind. Man erreicht zwar viele Interessierte über die eigene Webseite des Museums, aber das reicht uns nicht. Unsere neue Aktion birgt ein groβes Potenzial, und wir sprechen damit viel mehr Menschen an als bisher.“

In der Tat würde es wohl nur ein Bruchteil der nicht-schwedischen Wikipedia-Besucher schaffen, die dort gezeigten Exponate im Nordischen Museum selbst zu besichtigen. Dazu kommt, dass die Ausstellung im unendlichen virtuellen Raum viel mehr Objekte umfasst, als es der begrenzte Platz im Museum zulässt. Und Direktor Hedberg nennt noch eine weitere Erwägung, die für die Aktion spricht:

„Große Teile unseres Materials waren der Öffentlichkeit noch nie zugänglich. Ich denke da vor allem an Schulen. Unsere Bilder können eine wichtige Quelle für den Unterricht sein, und wir haben auch schon sehr positive Reaktionen von Lehrern bekommen, die diese Veröffentlichung als Schritt in die richtige Richtung sehen.“

Die Internet-Aktion könnte sich auch auf andere Weise lohnen, und zwar für das Museum selbst, das Probleme mit der Zuordnung mancher Ausstellungsstücke hat. Jonas Hedberg:   

„Wir haben ziemlich viele Bilder, über die es keine Informationen gibt. Und nun hoffen wir, dass uns Web-Nutzer weiterhelfen können. Manchmal melden sich Leute und stellen uns Informationen zur Verfügung.“

Besonders stolz ist Direktor Hedberg auf das Zugpferd der Internet-Aktion – die Fotos aus der Sammlung von August Strindberg, der sich neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit zumindest zeitweise auch als Lichtbildner versuchte, allerdings nicht immer mit Erfolg, wie Jonas Hedberg aus eigener Anschauung weiβ:

„Strindberg fing 1886 mit dem Fotografieren an. Er war damals auf dem Wege, Schwedens erster Fotojournalist zu werden. Leider hatte er die Handbücher nicht genau gelesen, sodass die Fotografien, die er für eine Frankreich-Reportage aufnahm, nicht verwertbar waren. Später fotografierte er bei einem Besuch in der Schweiz sich selbst und seine Kinder. Auch das war handwerklich unausgeglichen, aber stellenweise sehr interessant.“  

Zur Internet-Ausstellung kommt man über die Webseite des Nordiska Museet, wie es auf Schwedisch heiβt. Einen Vorgeschmack liefern wir bei www.radioschweden.net  schon jetzt.

Viel Spaβ!

Klaus Heilbronner

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