Fyndet är unikt och prover ska skickas till Köpenhamn för datering.Foto: Jens Lindström/ Scanpix
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Der Fund wird im Nationalmuseum in Kopenhagen von Experten datiert. Foto: Jens Lindström/ Scanpix
Rester från ett fartyg med sydd bordläggning har återfunnits utanför Grand Hotell i Stockholm. Foto: Scanpix.
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Links: So könnte das Schiff ausgesehen haben. Rechts: Teile des Rumpfs wurden in der Kaimauer vor dem Grand Hotel in Stockholm geborgen.
Rester från ett fartyg med sydd bordläggning. Foto: Jens Lindström/ Scanpix
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Die Planken sind mit gezwirbelten Kiefernwurzeln aneinander genäht. Foto: Jens Lindström/ Scanpix
Einzigartiger Fund im Hafenbecken

Schiffswrack mit genähtem Rumpf

Schiffswrack mit genähtem Rumpf
3:49 min

Als der Hobbyarchäologe Anders Franzén 1963 mitten im Stockholmer Hafenbecken die Galeone Wasa bergen konnte, war dies eine Weltsensation. Bei Umbauarbeiten an den Kaianlagen in der Stockholmer Innenstadt haben Marinearchäologen dieser Tage einen Fund gemacht, der wohl nicht ganz so viel Aufsehen erregen wird, der aber dennoch einzigartig ist: das Wrack eines relativ großen, mindestens 300 Jahre alten Schiffes in einer seltenen Bautechnik.

„Es handelt sich um ein Schiff in Klinkerbauweise. Das heißt, die Planken sind nicht Kante an Kante, sondern überlappend angebracht. Normalerweise wurden die Planken bei dieser Bauweise mit Nieten oder handgeschmiedeten Nägeln aufgenagelt. Bei dem nun gefundenen Schiff sind die Planken des ganzen Rumpfes zusammengenäht – wahrscheinlich mit verzwirbelten Kiefernwurzeln“, erklärt Marinearchäologe Jim Hansson, der dabei war, als das Wrack entdeckt wurde.  

Weiteres Material in der Kaimauer

Funde in dieser Bauweise sind in Schweden extrem selten, daher weiß man wenig darüber, so Hansson. „Hier in Schweden haben wir nur einige wenige 1896 gefundene Fragmente in dieser Bauweise, wir wissen darüber also so gut wie nichts und sind entsprechend sehr gespannt, wie es weitergeht. Wir werden tiefer in die Kaimauer eindringen und hoffen, mehr des Schiffes zu finden, wenn die Kaibauarbeiten in etwa einem Monat in den zweiten Bauabschnitt übergehen.“

Untersuchung des Alters

In Klinkerbauweise wurden große Schiffe in Schweden zur Wikingerzeit gebaut, danach nur noch vereinzelt bis etwa 1700. Später war die Bauweise vor allem in Osteuropa und Russland zu finden. Zunächst wird das gefundene Material von Spezialisten des Nationalmuseums in Kopenhagen auf sein Alter hin untersucht, danach hofft man, unter anderem über die Herkunft und die Verwendung des Schiffs Schlüsse ziehen zu können.

„Für mich ist dieser Fund ein großes Erlebnis. Hier in Stockholm finden wir ja ziemlich viele Schiffswracks, aber man erlebt es als Archäologe nicht besonders oft, dass man einzigartige Funde macht. In diesem Fall hier ist es wahrscheinlich, dass Einflüsse aus Osteuropa nachzuweisen sind, oder dass das Schiff nach Stockholm kam, als Schweden eine europäische Großmacht war. Darüber werden wir mehr erfahren, wenn wir das genaue Alter wissen und sagen können, wo das verwendete Holz geschlagen worden ist“, so Jim Hansson, der auch hofft, dass das Wrack neue Aufschlüsse über die Geschichte der europäischen Handelswege bringt.

Stadtbaugeschichte

Sicher ist auf jeden Fall bereits jetzt, dass der Fund älter als 300 Jahre ist; dieser Schluss lässt sich aus der Stockholmer Stadtbaugeschichte in Kombination mit dem Fundort ziehen, erklärt Hansson. „Die zahlreichen Umbauten der Stockholmer Kaianlagen wurden durch die Jahrhunderte sorgfältig dokumentiert. Der Fundort des Wracks liegt innerhalb des Ausbaus vom Jahr 1700. Je mehr die Stadt wuchs, desto mehr füllte man an den Kaikanten auf. Dabei war es üblich, ausgediente Schiffswracks für die Fundamente zu verwenden. Man füllte die Wracks mit Steinen und Gestrüpp, versenkte sie und baute dann darauf die Mauern. Dieses Wrack hier lag unter der untersten Fundamentschicht, direkt auf dem Felsen. Es ist also bislang nicht gewiss, ob das Schiff dort sank, als hier noch freies Hafenbecken war, oder ob es absichtlich als Fundament für die Kaimauer an diesem Platz versenkt wurde.“ In etwa einem Monat werden die Bauarbeiten ausgeweitet, dann hofft man, mehr des einzigartigen Materials bergen zu können.

Luise Steinberger

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