Gemeinsamme Rettung Irlands: Anders Borg, hier links im Bild mit Amtskollegen Christine Lagard (Frankreich), George Osborne (GB) und Didier Reynders (Belgien). Foto: Scanpix
Irland-Rettungspaket

Schweden beteiligt sich mit 600 Millionen

600 Millionen für Irland
1:56 min

Schweden wird sich an dem EU-Rettungsfonds für Irland mit 600 Millionen Euro beteiligen. Dies teilte Finanzminister Anders Borg am Sonntagabend am Rande des EU-Finanzministertreffens in Brüssel mit. Zuvor hatten die Minister ein Rettungspaket für das angeschlagene Irland in einem Umfang von 85 Milliarden beschlossen. Kritiker in Schweden stellen unterdessen die Frage, warum sich das Land an der Rettungsmaβnahme beteiligt, obwohl man nicht zur Eurozone gehört.

Bereits die Ankündigung von Finanzminister Anders Borg, Irland überhaupt helfen zu wollen, war Wasser auf die Mühlen der EU-Kritiker. Warum solle man sich daran beteiligen, wenn man nicht in der Euro-Zone sei, schließlich sei dies ja einer der Hauptgründe gewesen, warum die Bürger in der Volksabstimmung dem Euro eine Absage erteilt haben: Eben nicht verantwortlich für finanzpolitische Versäumnisse anderer gemacht zu werden.

Deshalb verteidigt Borg die Entscheidung, dass sich Schweden ganz konkret am Rettungspaket mit 600 Millionen beteiligen wird: „Wenn es im Haus des Nachbarn brennt, müssen alle beim Löschen helfen, sonst breitet sich das Feuer aus. Deshalb ist es angemessen, dass sich Schweden beteiligt. Wir sind ein kleines Land und abhängig vom Ausland, deshalb liegt es in unserem eigenen Interesse.“

Keine weiteren Hilfen

Die 600 Millionen seien bereits vom Reichstag abgesegnet, so Borg. Schweden hat bereits zuvor Island und Lettland mit Bürgschaften und Hilfen unterstützt und Borg deutet an, dass die Hilfe jetzt für Irland die letzte auf längere Sicht sei: „Wir haben die Verantwortung für Lettland und Island übernommen und jetzt eben für Irland. Aber unsere Verantwortung ist auch begrenzt.“

Will heißen, dass sich die ebenfalls angeschlagenen Spanien und Portugal keine Hoffnungen machen sollten, dass das Nicht-Euro-Land Schweden auch den Ländern weitab im Süden zur Hilfe eilen werde.


Die Summe von 600 Millionen, macht sich im Gesamtpaket von 85 Milliarden Euro für Irland natürlich eher bescheiden aus. Doch geht von der Beteiligung Schwedens – wie auch umso mehr von Großbritannien - ein wichtiges psychologisches Signal aus. Bei einer Krise in Südeuropa können die Euroländer dann jedoch nicht mehr mit dieser Signalwirkung rechnen.

Dieter Weiand

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