Auch hier liegt viel Verantwortung für den reibungslosen Ablauf in diesem Winter: AKW Forsmark (Foto: Tomas Oneborg/Scanpix)
Strompreise

Kernkraftwerke auf vollen Touren sollen Kosten niedrig halten

"Winterbetrieb der Kernreaktoren ist stabil"
2:00 min

Die klirrende Kälte der letzten Tage hat die Strompreise in die Höhe schnellen lassen. 50 Öre (5 Cent) kostete die Kilowattstunde am Dienstag. Laut Eon, einem der Hauptakteure auf dem schwedischen Strommarkt, werde ein Rekordhoch wie im vergangenen Winter jedoch ausbleiben. Im Gegensatz zum Vorjahr sollen sämtliche zehn Atomreaktoren ans Netz gehen – und in Betrieb bleiben.

Am Mittwoch gehen Ringhals 1 und Oskarshamn 3 wieder ans Netz. Nicht einen Tag zu früh, freut sich Eons Pressesprecher Torbjörn Larsson. „Mit dem Temperaturabfall in letzter Zeit ist die Nachfrage stark gestiegen. So wie es jetzt aussieht, werden wir keine hohen Preise bekommen wie im vergangenen Winter. Der Winterbetrieb der Kernreaktoren ist stabil.“

Gewinngierige Stromproduzenten unter Verdacht

Die drei großen Stromproduzenten Vattenfall, Eon und Fortum, die für den Betrieb der zehn hiesigen Reaktoren verantwortlich sind, stehen unter Druck. Im vergangenen Winter belief sich die Stromproduktion gerade einmal auf 50-60 Prozent der Kapazität. Hintergrund waren Fehlkalkulationen in der Planung. So waren manche Umbauten und Erneuerungen komplizierter und daher um einiges zeitintensiver als zunächst angenommen. Gerüchte kursierten, wonach die Unternehmen die Reaktoren absichtlich auf Sparflamme arbeiten ließen, um die Preise nach oben treiben zu können. Die Energiemarktaufsicht konnte jedoch der Nachrichtenagentur TT zufolge für derlei Annahmen keine Belege finden. Trotzdem rief sie die drei Stromproduzenten zu mehr Transparenz ihren Kunden gegenüber auf. 

Selbst wenn die beiden Problemreaktoren im Akw Ringhals und Oskarshamn wie geplant in Betrieb genommen werden und sich das Angebot der Nachfrage anpasst, wird es aber auch diesen Winter nicht ganz ohne Unterbrechungen gehen, bereitet Tommy Johansson, Abteilungsleiter bei der Energiemarktaufsicht, die Stromkunden vor. 

„Manche kleinere Arbeiten werden sich auch diesmal verspäten, aber der Unterschied zum vergangenen Winter ist enorm. Damals ging es ja um größere Umbauten, um die Effektivität zu erhöhen. Diesmal geht es nur um Wartungsarbeiten, und da ist das Risiko für Verspätungen gering.“

Liv Heidbüchel

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