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Hyllie ist der erste Halt nach der Überquerung des Öresunds. (Foto: Drago Prvulovic/Scanpix)
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Bauprojekt City-Tunnel abgeschlossen

Boom-Town Malmö wächst in Richtung Kopenhagen

City-Tunnel schürt Hoffnungen
3:51 min

Eins der größten Infrastrukturprojekte Schwedens, der City-Tunnel in Malmö, wird am Samstag feierlich eröffnet. Der 17 Kilometer lange Tunnel ist eine Verlängerung der Öresund-Brücke und sorgt künftig für eine schnellere Verbindung zwischen Malmö und Kopenhagen. Doch der Tunnel ist nicht das einzige Bauprojekt in der drittgrößten schwedischen Stadt. Rundherum entstehen neue Stadtteile, die mit Bauvisionen aufwarten. Malmö boomt.

Eine Baustelle, die in Schweden ihresgleichen sucht. Hyllie, im Süden Malmös, ist für Zugreisende der erste Halt nach dem Überqueren des Öresunds. Um den Bahnhof im neuen Stadtteil herum schießen die Häuser aus dem Boden. Einer der Pioniere auf dem ehemaligen Brachland war Bauherr Percy Nilsson. Schon vor zwei Jahren weihte er die Malmö Arena ein, eine Sport- und Eventhalle mit Platz für 13.000 Besucher. 

„Das war hier früher der reinste Acker. Wir luden eine Menge Leute ein, aber die haben nur den Kopf geschüttelt. Das wird doch nichts, haben sie geglaubt, aber es ist doch was geworden.“ 

Mit zufriedener Miene lässt es sich Percy Nilsson in Percys Restaurant und Bar schmecken. Auch wenn der Bauherr den mutigen Anfang machte und als einer der ersten das Potential der Gegend erkannte, folgten ihm schon bald andere Visionäre. Gegenüber der Arena entsteht das, was in absehbarer Zeit Schwedens größte Einkaufsgalerie sein soll. Daneben eine Messehalle, Hotels, Wohnungen, Büros. 

Umgerechnet rund 850 Millionen Euro kostete der City-Tunnel, der auf einer Länge von 17 Kilometern unter der Malmöer Innenstadt verläuft. Beim Baustart vor fünf Jahren lagen die berechneten Kosten noch eine Milliarde Kronen höher. Der Tunnel ist aber nicht nur billiger, sondern auch früher fertig geworden, als geplant.


Investoren beißen an

Eine Milliarde Euro investieren nun bis zum Jahr 2013 etliche Unternehmen, die rund um die neuen Haltestellen Verdienstmöglichkeiten wittern. Eine der Investorinnen ist Pia Andersson, Chefin des Immobilienunternehmens Annehem. Gut 150 Millionen Euro legt ihre Firma in den Bau von Wohnungen und Büroräumen im Stadtteil Hyllie an. 

„Wegen der Anbindung ist dieser Stadtteil sehr interessant für uns. Angrenzend an Haltestellen zu bauen, ist immer interessant.“ 

Als die Öresund-Brücke vor zehn Jahren eingeweiht wurde, waren die Hoffnungen ebenfalls groß, etwa dass sofort viele Arbeitnehmer die Vorzüge des schnellen Pendels für sich entdecken würden. Dieser Prozess dauerte jedoch einige Jahre. Heute ist die Verbindung ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region. Die Pendler drängeln sich in übervollen Regionalbahnen. Durch den City-Tunnel sollen die Züge doppelt so häufig fahren wie heute. Etliche Arbeitnehmer werden an den neu gebauten Haltestellen zusteigen, meint Immobilienunternehmenschefin Pia Andersson. 

„Auch die neuen Stadtteile brauchen etwas Zeit. Es wird aber sicherlich schneller gehen als mit der Brücke damals. Hier kommen ja die Pendler automatisch vorbei, das heißt, die Viertel sind ab Tag Eins belebt.“

Skåne kämpft gegen Stockholmer Arroganz

Vertrauen in die Zukunft bringt auch Bauherr Percy Nilsson mit. Von der negativen Haltung mancher seiner Geschäftspartner lässt er sich die Stimmung nicht verdrießen. 

„Es war schon nicht leicht am Anfang. Hier in Skåne sagen wir ja auch schnell, na, das wird ja doch nichts. Aber in Stockholm glaubt man das wohl heute noch. Spricht man von der Brücke, fragen die Stockholmer gern, ach, gibt es da eine Brücke über den Sund? Oder wie ein bekannter Hotelbesitzer kürzlich sagte: ‚Wieso braucht ihr eine Arena in Malmö? Wir haben doch den Globen in Stockholm.’“ 

Die Arena allein macht Malmö wohl nicht zu einer abwechslungsreichen Stadt zum Leben und Arbeiten – zumal Problemviertel wie Rosengård immer wieder für Negativschlagzeilen sorgen. Doch der Bau neuer Stadtteile mit mehr Wohnraum und Möglichkeiten für Menschen, die nicht zuletzt die Nähe zum dänischen Nachbarn schätzen, dürfte den Attraktivitäts-Faktor der südschwedischen Metropole deutlich erhöhen.

Liv Heidbüchel

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