Wolfsjagd

EU-Kommissar droht Schweden mit Klage

Wegen der Lizenzjagd auf Wölfe muss Schweden möglicherweise mit einer formellen Klage von Seiten der EU-Kommission rechnen. In einem Brief an Schwedens Umweltminister Andreas Carlgren warnte EU-Umweltkommissar Janez Potocnik die schwedische Regierung davor, die Jagd zuzulassen. Unter den derzeitigen Umständen sei die Jagd ein Verstoß gegen die Umweltgesetzgebung der Union.

In dem Brief gab Potocnik zu bedenken, dass „mehrere Aspekte der schwedischen Wolfspolitik ernsthafte Fragen aufwerfen” würden. Der Umweltkommissar betonte, dass die Lizenzjagd auf Wölfe, die festgelegte Zahl für einen Bestand von 210 Tieren sowie die Pläne zur Zuführung von Wölfen außerhalb Schwedens in Teilen unvereinbar mit den EU-Richtlinien zum Schutz von Raubtieren seien. 

Der Nachrichtenagentur TT sagte Umweltminister Carlgren, die Wolfsjagd werde wie geplant stattfinden. Formelle Klagen seitens der EU-Kommission gäbe es häufiger, allerdings führten sie nur selten vor Gericht.

Jagdmotiv: Akzeptanz bei der Lokalbevölkerung stärken

Bereits im Sommer hatte die Kommission wissenschaftliche Belege für die Notwendigkeit einer Lizenzjagd auf Wölfe sowie für die Größe des Bestands von der schwedischen Regierung gefordert. Im November war die Regierung diesen Forderungen nachgekommen und hatte deutlich gemacht, dass die begrenzte Jagd auf Wölfe dazu diene, die Akzeptanz bei der Lokalbevölkerung zu stärken. Umweltkommissar Potocnik kritisierte dieses Motiv in seinem Brief an Umweltminister Carlgren. Es gäbe etliche andere Mittel außer der Jagd, die dazu beitragen können, die Menschen für den Wolf einzunehmen.

Die Wolfsjagd beginnt am 15. Januar. 20 Tiere dürfen dann erlegt werden. Tausende Jäger haben sich bereits zu der Jagd angemeldet.