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Zensur oder Gesellschaftsveränderung?

Autorenverband stoppt Streichung des Wortes „Neger“

Darf ein Kinderbuch das Wort "Neger" enthalten?
3:01 min
Ture Sventon alias Teffan Tiegelmann in einer Verfilmung aus dem Jahr 1989. Foto: Scanpix

Als der Kinderbuchverlag Rabén och Sjögren das Kinderbuch „Ture Sventon in Paris“ (in deutscher Sprache erschienen als „Privatdetektiv Tiegelmann in Paris“) von 1953 neu auflegen wollte, entschied man, das Wort „Neger“ durch andere Formulierungen zu ersetzen. Der Schwedische Autorenverband, der den Nachlass des Buchautors Åke Holmberg verwaltet, sagte Nein. Nun ist eine Diskussion über den Schutz von Kunstwerken einerseits und die Notwendigkeit, in einer veränderten Zeitepoche gegen Rassismus Stellung zu nehmen entbrannt.

„Wir wollten das Wort austauschen, weil wir es überholt und sehr abwertend finden“, erklärt Cecilia Nilsson, bei Rabén och Sjögren für publizistische Fragen zuständig. „Für uns war es selbstverständlich, dass wir kein Buch herausgeben können, in dem dieses Wort vorkommt. Und es geht nicht nur um eine einmalige Nennung, sondern es kommt häufig vor und prägt den gesamten Kontext des fraglichen Kapitels.“

Eigenart des Werkes

Zur Änderung kam es nicht, denn der Schwedische Schriftstellerverband, der die Rechte des verstorbenen Autors Åke Holmberg vertritt, verweigerte sein Einverständnis. Verbandsvorsitzender Mats Söderlund: „Wir haben den Auftrag bekommen, das Werk zu verwalten. Daher müssen wir die Eigenart des Werkes schützen. Es handelt sich um ein Kunstwerk. Wenn jemand auf die Idee käme, in einem Gemälde von Picasso herumzuändern, weil ihm etwas nicht gefällt, da würde jeder verstehen, dass man das nicht machen kann.“ Söderlund räumt ein, dass die Lage problematisch ist. Rassismus, so glaubt er, sei durchaus nicht in Holmbergs Absicht gewesen. Der Autor habe einfach so geschrieben, wie es zu seiner Zeit üblich war – als eine geringschätzige Haltung gegenüber Personen anderer Hautfarbe in der Gesellschaft allgemein akzeptiert war. Die Ausdrucksweise jetzt im Nachhinein zu ändern, hält der Schriftstellerverband auch aus gesellschaftspolitischen Gründen für unglücklich.

Kulturerbe würde verschönert

„Man würde dem Werk einen ganz anderen Charakter verleihen. Drückt man sich drastisch aus, dann würden wir mit einer solchen Änderung unser Kulturerbe verschönern, und da machen wir nicht mit.“ Ein schriftstellerisches Werk sieht der Verband als Zeitdokument – und, so Mats Söderlund, manchmal traue die Gesellschaft gerade Kindern zu wenig Geschichtsverständnis zu. „Just dieses Buch würde ich zwar sowieso nicht herausgeben, denn es hat insgesamt einen rassistischen Ton. Aber generell sind wir manchmal etwas feige, unsere Kinder mit den Realitäten der Gesellschaft zu konfrontieren“. Der Streit, ob das Wort „Neger“ in einem heutigen Kinderbuch vorkommen darf oder nicht, wird seit längerem geführt. In der deutschen Fassung von Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“ wurde deren Vater erst vor gut einem Jahr vom „Negerkönig“ zum „Südseekönig“ umformuliert – eine Änderung, die der Verlag seit Jahren wollte, Astrid Lindgren zu Lebzeiten aber stets abgelehnt hatte. Ihre Erben gaben nun klein bei – sicher auch, weil der Gesamtcharakter des Werkes dadurch keinen großen Schaden leidet.

Luise Steinberger

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