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Begehrte Käfer für Alicia Vikander (links) und Pernilla August. (Foto: Fredrik Sandberg / Scanpix)
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Svinalängorna

Erneut Filmpreis für Pernilla August

Goldener Käfer für August
3:16 min

Der bereits in Venedig auf der Biennale und weiteren Filmfestivals ausgezeichnete Film „Svinalängorna" hat auch den renommiertesten Filmpreis Schwedens, „Guldbagge", den goldenen Käfer gewonnen. Ausgezeichnet wurde unter anderem Pernilla August für die beste Regie. Die Auszeichnung für den besten Film ging jedoch an „Sebbe" von Babak Najafi. Den Publikumspreis erhielt der dritte Teil von „Änglagård" mit Helena Bergström und Rickard Wolff in den Hauptrollen.

Der große internationale Erfolg von Pernilla August mit „Svinalängorna" - der internationale Titel ist „Beyond" - spiegelt sich nur teilweise bei der Guldbagge-Verleihung am Montagabend im Stockholmer Cirkus wider. Denn als bester Film wurde etwas überraschend der Streifen „Sebbe" von Regisseur Babak Najafi ausgezeichnet.

Immerhin war „Svinalängorna" in acht Kategorien nominiert. Der Streifen bekam den Preis dann mit Outi Mäenpää für die beste weibliche Hauptrolle und vor allem Pernilla August für die beste Regie.

Zuschauerpost vorgelesen

August ist eigentlich als Schauspielerin vor allem in Filmen von Ingmar Bergman bekannt geworden. „Svinalängorna" war überhaupt ihr erster Spielfilm als Regisseurin. Das ergreifende Sozialdrama mit Noomi Rapace in der Hauptrolle begeisterte Kritiker wie Zuschauer gleichermaßen. Dass der Film so ergreifend ist, machte August in ihrer Dankesrede bei der Verleihung klar, indem sie einen Brief vorliest, den sie bekommen hat.

„Hej Pernilla! Vieles was in dem Film passiert, ist auch mir geschehen. Der Film hat dazu beigetragen, dass ich zu meinen eigenen Gefühlen Kontakt bekommen habe…"

Für Pernilla August ist das eines der größten Komplimente, die man als Filmemacherin bekommen kann, wie sie später dem Schwedischen Rundfunk erzählt: „Es scheint so, dass der Film den Menschen unter die Haut geht und ans eigene Leben erinnert. Das ist so wunderbar und phantastisch mit diesem Einfluss, den die Kunst auf das Leben der Menschen hat."

Ergreifende Geschichte

Viel liegt natürlich an der ergreifenden Geschichte, die in dem Film erzählt wird. Von persönlichen Schicksalen eines nicht immer einfachen Lebens im südschwedischen Ystad.

Um die Zuschauer in dieses Geschehen mit einzubinden, dürfe man den Film nicht überfrachten, meint August. Weniger ist oft mehr: „Wenn Kunst rein ist, kann sie dein Leben widerspiegeln. Weil der Film etwas aus der Phantasie der Menschen wiedergibt. Und das passiert, wenn der Ausdruck rein bleibt. Nach dieser Reinheit habe ich gestrebt. Dass man in seiner Erzählung nicht zuviel drauf legt. Weil dann die Phantasie erstickt wird. Wenn man beispielsweise ins Theater geht und das Spiel zu stark ist, die Schauspieler zu laut reden und so weiter, dann sitzt man da und denkt ‚warum sprechen die so laut?'. Dabei geht die Chance verloren, seine eigene Phantasie zu beleben. Wenn es aber rein und ruhig ist, hörst du deine eigene Phantasie und dein eigenes Leben. Genau da will ich hin. Das ist so schön, wenn man andere Menschen berühren kann."

August spielt bereits mit dem Gedanken für ein neues Projekt. Genaues weiß sie jedoch nicht, oder will es zu diesem frühen Zeitpunkt nicht preisgeben.

In den anderen Kategorien des "Guldbagge" waren meist international eher weniger bekannte Filme erfolgreich.

So wurde als bester Schauspieler Joel Kinnaman im Film „Snabba Cash", als beste Schauspielerin Alicia Vikander für „Till det som är vackert" ausgezeichnet.

Dieter Weiand

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