Sozialversicherungsminister Ulf Kristersson (Foto: Fredrik Sandberg/ Scanpix)
Jugendarbeitslosigkeit

„Frührentensystem für Junge ungünstig“

System macht viele Junge zu Frührentnern
1:46 min

Die Zahl junger Frührentner steigt weiter. Im vergangenen Jahr wurden 6 700 junge Menschen in den Vorruhestand geschickt. Während der ersten vier Regierungsjahre der bürgerlichen Koalition betrug der Anstieg nahezu 50 Prozent.

Sozialversicherungsminister Ulf Kristersson bedauerte die Zunahme in einem Interview mit Ekot, der Nachrichtenredaktion des Schwedischen Rundfunks und sucht nach Ursachen:

„Ich finde diese Entwicklung entsetzlich. Sie zeigt, dass viele Verantwortliche versagt haben. Und für die Betroffenen ist sie eine Katastrophe, denn sie leben in relativer Armut, haben weniger soziale Kontakte und keine Kollegen. Dadurch führen sie in vieler Hinsicht ein schlechteres Leben als andere junge Menschen.“

Keiner hat etwas dagegen getan

 Der Fehler liege allerdings nicht bei der jetzigen Regierung, die sich ja auf die Fahnen geschrieben hat, mehr Bürger in das Arbeitsleben zu integrieren, wehrt  Sozialversicherungsminister Kristersson ab: „Zum einen kann man diesen Trend schon recht lange beobachten. Wir sind in dieser Hinsicht nicht besser und nicht schlechter als andere Regierungen. Hier handelt es sich um eine lange Entwicklung, der bisher niemand erfolgreich entgegengewirkt hat. Zum anderen haben wir auf diesem Gebiet keine Reformen durchgeführt.“

Von der Schule in die Frührente

Ursache dafür, dass insgesamt 30 000 junge Schweden im Vorruhestand sind, sei – so Kristersson – vor allem die Schule: „Einerseits brauchen viele dieser jungen Leute ein zusätzliches Jahr in der Schule, um die Lernziele zu erreichen. Weil sie während dessen nicht zu Studienmitteln berechtigt sind, bekommen sie eine zeitlich begrenzte Frührente. Und für viele bleibt es dann dabei. Dieses System ist ungünstig. Zum anderen werden wesentlich mehr Frührentner, weil sie psychisch nicht gesund sind.“

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".