Überlebenschancen für Parkwelpen? (Foto: Eduardo Verdugo/Scanpix)
Auffrischen des Bestands

Carlgren besänftigt Brüssel

Carlgren besänftigt Brüssel
1:57 min

Die schwedische Regierung bemüht sich, die angekündigte  Klage der EU-Kommission beim Europäischen Gerichtshof zu entkräften und verteidigt die umstrittene Wolfsjagd. Umweltminister Andreas Carlgren hat die EU-Proteste unter Beschuss genommen:

„Schweden unterstützt die Artenvielfalt nachdrücklich und wird die vom Aussterben bedrohten Wölfe schützen“, versprach Carlgren. „Aber wir tragen auch die Verantwortung für die Lebensbedingungen der Menschen im ganzen Land. Die schwedische Raubtierpolitik muss in Schweden, gemäß schwedischer Verhältnisse geformt werden - nicht in Brüssel.“

Parkwelpen zu klein

Gleichzeitig nannte Carlgren geplante Maßnahmen zur Verbesserung des Wolfsbestands: Bereits im April sollen junge Wölfe ausgesetzt werden, um die genetische Vielfalt zu verbessern. Bei diesen Tieren handle es sich um in Tierparks geborene Welpen. Im Oktober würden dann ausgewachsene Exemplare aus freier Wildbahn in Finnland hinzukommen, so Carlgren weiter.

Die schwedischen Tierparks allerdings haben schon lange Einwände angemeldet: Parkwölfe werfen später als ihre Artgenossen in freier Wildbahn. Daher würden die ausgesetzten Welpen kleiner sein, als ihre Stiefgeschwister der Würfe, in die sie ausgesetzt würden. Damit hätten die Parkwelpen geringere Überlebenschancen. Die Parks werfen auch die Frage auf, ob die ausgesetzten Parkwelpen bei der Wolfsjagd abgeschossen werden könnten.

Ähnlich wie in Finnland

Aus Finnland hingegen kommen unterdessen beruhigende Informationen für die Regierung. Das Nachbarland im Osten war 2007 von ähnlichen Vorwürfen über die Jagd auf Wölfe freigesprochen worden.

Christian Krogell ist verantwortlich für Wildfragen beim Landwirtschafts- und Forstministerium in Helsinki. „Bei uns in Finnland sind die Verhältnisse ja ähnlich wie in Schweden. Brüssel hat das Aussetzen neuer Wölfe bei uns als eine Geste des guten Willens betrachtet, dafür, dass wir nicht nur über die Erhaltung der Art reden sondern auch etwas für sie tun.”

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