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Unruhen in Ägypten

Außenministerium rät von Reisen ab, Reiseveranstalter holen Urlauber heim

Publicerat måndag 31 januari 2011 kl 13.29
Reisende kritisieren Außenamt
4:35 min
Am Check-in-Schalter erfuhren Ägyptenurlauber, dass ihre Reisen abgesagt wurden. Foto: Bertil Ericson/Scanpix

Seit Sonntag gilt eine Empfehlung des Außenministeriums, die von „nicht nötigen“ Reisen nach Ägypten abrät. Am Sonntagnachmittag stellten daraufhin Schwedens Reiseveranstalter Charterreisen in die Urlaubsorte am Roten Meer ein. Seit Montag werden Urlauber evakuiert.
Während die Politik demokratische Veränderungen begrüßt, sind schwedische Reisende kritisch.

Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt wünscht Ägypten einen demokratischen Machtwechsel. In einem ersten Interview nach seiner Rückkehr vom Weltwirtschaftsgipfel in Davos sagte Reinfeldt im Schwedischen Fernsehen: „Das ist der Wunsch des ägyptischen Volkes nachdem in dem Land seit 1981 Ausnahmezustand geherrscht hat. Für September ist eine Präsidentschaftswahl angekündigt, es besteht eine Chance, diese fair durchzuführen“, sagte Reinfeldt, warnte aber zugleich vor einem Machtvakuum. „Viele von uns wünschen eine demokratische Entwicklung, aber bei solchen Ereignissen besteht immer das Risiko eines Machtvakuums. Man hört von Bürgerwehren und Rowdys auf den Straßen, da wird leicht der Ruf nach denen laut, die Sicherheit bieten, nicht Demokratie. Daher sind wichtige Fragen: was macht die Armee? Was machen die muslimischen Interessen?“

 Urlauber sollen sich ruhig verhalten

Das schwedische Außenministerium rät von „nicht notwendigen“ Reisen nach Ägypten ab, hat jedoch keine generelle Empfehlung gegen alle Reisen ausgefertigt. Reiseveranstalter haben am Montag damit begonnen, 15000 Urlauber aus den Badeorten am roten Meer zu evakuieren. „Unsere Empfehlung an alle schwedischen Bürger, egal wo sie sich in Ägypten befinden, ist derzeit, sich an die Ausgangssperren zu halten, sich – vor allem bei ihren Reiseveranstaltern - über die Lage zu informieren und sich von politischen Veranstaltungen fernzuhalten“, erklärt Joakim Larsson vom Pressedienst des Außenministeriums.

Kritik seitens Urlaubern

Noch am Sonntag hatten Reiseveranstalter Touristen nach Ägypten geflogen. Diese werden jetzt also zurückgeholt, leere Maschinen sind zusätzlich unterwegs, um andere Reisende aufzunehmen. Auf dem Stockholmer Flughafen Arlanda herrschte Erleichterung unter Touristen, die nun sicher sein können, ihre Reisekosten ersetzt zu bekommen. „Wir waren die ganze Zeit hin und hergerissen, wir wussten ja nicht, fliegen wir jetzt dort hinunter und dann muss man sich die ganze Zeit umschauen, damit einem nichts passiert. Da ist es besser, wir müssen gar nicht hinfliegen“, sagt beispielsweise Lars-Göran Hedin aus Sundsvall, der am Flugplatz von der Stornierung aller Ägyptenflüge erfuhr.  Joakim Lundberg, dessen halbwüchsige Söhne ebenfalls erst in Arlanda erfuhren, dass die Reise eingestellt ist, kritisierte das Außenministerium, das die Reiseempfehlung erst am Sonntag ausgefertigt hatte. „Man ließ die Reiseveranstalter am laufenden Band weiter Leute dort hinunter schicken, obwohl dort kriegsähnliche Zustände herrschen, das finde ich merkwürdig. Man verlangt zuviel von den Bürgern, wenn sie selbst absehen können sollen, dass dort eine Revolution mit Todesopfern stattfindet, besonders da diese Reiseziele sonst als extrem sicher angepriesen werden.“

Keine Hilfe von der Botschaft

Kritik übte im Rundfunk auch ein schwedischer Tourist, der eigenen Angaben zufolge von Polizisten in Kairo beim Fotografieren festgenommen wurde, dann im Polizeigewahrsam schwer misshandelt und seiner Wertsachen bestohlen wurde. Per Telefon sagte er dem Schwedischen Rundfunk: „Die Botschaft sagte mir, sie könnten mir nicht helfen. Sie wollten mich noch nicht einmal treffen. Als ich sagte, ich komme in die Botschaft, sagte man: Nein, das darfst Du nicht tun.“ Dazu Anders Jörle, Pressechef des Außenministeriums: „Es ist dem Botschaftspersonal derzeit unmöglich in Kairo außer Haus tätig zu werden. Wir haben keine Fahrzeuge und keine Fahrer, außerdem besteht Ausgangssperre, daher rieten wir dem Mann zu bleiben, wo er ist. Es ist eine sehr schwierige Lage, die Botschaft hat unter den gegebenen Umständen keine Möglichkeit, rein physisch Menschen in Kairo zu helfen.“

Luise Steinberger

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