1 av 4
Keine unbegrenzten Möglichkeiten (Foto: Jessica Gow/Scanpix)
2 av 4
Elisabeth Dahlin, Rädda Barnen
3 av 4
Kinder- und Jugendministerin Maria Larsson
4 av 4
Hier sind viele ohne Job: Rosengård, Malmö
ARMUT

Wachsende Kluft zwischen armen und reichen Kindern

Die Kluft zwischen sozial starken und schwachen Familien in Schweden ist weiter gewachsen. Dies betont die Kinderschutzorganisation Rädda Barnen (Rettet die Kinder) in einem aktuellen Bericht der Zahlen aus dem Jahr 2008 analysiert. Demnach hat Armut insbesondere unter Kindern alleinerziehender Eltern sowie unter Kindern mit Migrationshintergrund zugenommen.

Als arm definiert die Organisation Kinder, die in Familien leben, die entweder Sozialhilfe beziehen oder deren Einkommen nicht für lebensnotwendige Ausgaben wie Lebensmittel, Kleidung und Miete reicht. 

Keine Winterstiefel


„Diese Familien können sich nicht leisten, Ausflüge der Kinder zu bezahlen; es ist kein Geld da, um die Kinder zum Beispiel auf die kommunale Musikschule oder zu anderen Freizeitaktivitäten zu schicken", so Elisabeth Dahlin, Generalsekretärin von Rädda Barnen. „Es geht auch um Kinder, die keine neuen Winterschuhe bekommen können. Wir reden hier nicht davon, dass man das neueste Handy-Modell oder die tollsten Jeans haben muss. Es geht manchmal darum, ob man sich satt essen kann oder nicht. Das ist es, was uns die Kinder erzählen."  

Viele Kinder gerieten aufgrund der begrenzten wirtschaftlichen Möglichkeiten ins Abseits, betont Rädda Barnen. Im Jahr 2008 lebten demnach 220.000 Kinder, insgesamt 11,5 Prozent, in Schweden in Armut.

2007 waren es erst 10,9 Prozent gewesen. Das Durchschnitsseinkommen allein erziehender Eltern sank zwischen 2007 und 2008 um fünf Prozent.

Oft Immigrantenkinder

Isbesondere in Ballungsräumen ist die Kluft zwischen Arm und Reich gewachsen, und weit verbreitet - fünfmal häufiger als in ethnisch schwedischen Familien - ist Kinderarmut in Immigrantenfamilien. So sind im Malmöer Immigranten-Stadtteil Rosengård 61 Prozent der Kinder arm. In dem überwiegend von ethnischen Schweden bewohnten Göteborger Stadtteil Torslanda liegt der Anteil bei lediglich zwei Prozent.

Seit 2008, dem Jahr, auf das sich Rädda Barnen in seinem Bericht bezieht, hat sich aufgrund der Steuerpolitik der bürgerlichen Regierung unter Fredrik Reinfeldt die Situation für Familien mit Erwerbstätigen  gebessert, da sie weniger Einkommenssteuer zahlen müssen.

Regierung: Wir arbeiten daran

Für Kranke und Arbeitslose haben sich die wirtschaftlichen Bedingungen aber weiter verschärft. Arbeitsplätze zu schaffen, sei das wichtigste Mittel zur Bekämpfung von Kinderarmut, betont daher die zuständige Ministerin Maria Larsson: „Unser Ziel ist es, Armut auszurotten, und wir wissen, dass das geht. In den ersten beiden Jahren unserer Regierungstätigkeit herrschte Hochkonjunktur, und die Zahl armer Kinder ging zurück. In dieser Zeit sank der Anteil der Haushalte, die Sozialhilfe empfingen, weil mehr Menschen Arbeit bekamen."

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".