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Häusliche Gewalt

Misshandelte Migrantinnen riskieren Ausweisung

"Ausländerinnen besser vor häuslicher Gewalt schützen"
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Vorsitzende von Terrafem, Bernardita Nunez
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Thailand-Urlaub endet oft nicht einsam

Bei Gewalt in der Ehe müssen ausländische Ehefrauen länger an der Seite ihres Mannes ausharren als schwedische Gattinnen. Dies kritisiert die Hilfsorganisation für ausländische Frauen, Terrafem. Demnach werden jährlich hunderte ausländische Frauen von ihren schwedischen Männern misshandelt. Lassen sich die Betroffenen jedoch vor der Frist von zwei Jahren scheiden, droht die Ausweisung in ihre Heimatländer. Nicht selten warten dort neue Repressalien.

Grundsätzlich gilt: Ein Antrag auf Aufenthaltsgenehmigung als Angehörige wird abgelehnt, wenn die Beziehung oder Ehe keine zwei Jahre hält. Ausnahme: physische Gewalt oder andere Kränkungen. Schließlich sollen die Frauen nicht dazu gezwungen werden, eine von Gewalt geprägte Beziehung aufrecht zu erhalten. Trotzdem bekommt längst nicht jede misshandelte Migrantin eine Aufenthaltsgenehmigung. Laut Gesetz muss neben der Beziehungsdauer auch nachgewiesen werden, dass es sich um ein seriöses Verhältnis und tatsächlich schwere Gewalt handelt. 

„Wer entscheidet denn, was weniger schwere Gewalt ist?“, kritisiert die Vorsitzende von Terrafem, Bernardita Nunez, gegenüber Sveriges Radio International die heutige Gesetzeslage. „Warum soll eine ausländische Frau überhaupt Gewalt ertragen müssen? Eine Schwedin darf noch nicht einmal als Hure bezeichnet werden, aber eine Ausländerin muss vermeintlich schwächere Formen von Gewaltausübung hinnehmen. Wenn sie die Schläge ihres Mannes nicht akzeptiert, muss sie eben wieder in ihr Heimatland.“ 

Rund 500 Betroffene melden sich jährlich beim Frauen-Notruf, die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen, vermutet Nunez von Terrafem. Schließlich bekommen jährlich gut 22.000 Personen eine vorläufige Aufenthaltsgenehmigung, Tendenz steigend. 60 Prozent von ihnen sind Frauen. Die weitaus meisten kommen aus Thailand – nicht selten nach einem Urlaubsaufenthalt ihres künftigen Ehemannes dort. Aber auch aus dem Irak und Somalia ziehen viele Ehepartner nach. Wer von Gewalt betroffen ist, traut sich oftmals nicht, es auf eine Prüfung ihres Falles bei der Migrationsbehörde ankommen zu lassen – aus Angst vor Ausweisung. 

„Ich habe mit Frauen gesprochen, die zu Besuch in ihren Heimatländern waren und dort von ihren Vätern zu hören bekamen: ‚Kommst du zurück, dann nur in einem Sarg’. Das ist die harte Realität“, so Nunez. 

Migrationsbehörde ohne eindeutige Kriterien 

Die Befürchtungen vieler misshandelter Frauen scheint berechtigt, blickt man auf Statistik der Migrationsbehörde. Demnach wurde im vergangenen Jahr 27 Antragstellerinnen eine Aufenthaltsgenehmigung erteilt, zehn Anträge wurden abgelehnt, also etwa jeder vierte. Laut Håkan Jonsson, Jurist bei der Behörde, gibt es keine deutlichen Kriterien, wonach Gewalt als ausreichend schwer bewertet wird und damit eine Aufenthaltgenehmigung gerechtfertigt wäre. 

„Eine exakte Definition von schwerer oder weniger schwerer Gewalt haben wir wohl nicht. Wir prüfen von Fall zu Fall. Gleichzeitig darf man nicht vergessen, dass es immer die Möglichkeit zu einer Berufungsklage gibt, wenn einem Antrag nicht stattgegeben wird. Schlussendlich entscheidet das Migrationsgericht oder der Oberste Migrationsgerichtshof.“ 

Laut Nunez bei Terrafem sollte die Zweijahresregel abgeschafft oder zumindest revidiert werden. 

„Seit 30 Jahren reden wir über Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt sind. Bislang hat es nur kosmetische Änderungen gegeben. Noch nie hat jemand eine Abschaffung der Zweijahresregelung gefordert oder zumindest eine Änderung, die auch ihren Namen verdient: dass auch Frauen ausländischer Herkunft das Recht auf Schutz vor Gewalt haben.“

Liv Heidbüchel

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