Reden Verleger bald ihren Autoren noch mehr rein? Foto. Hasse Holmberg / Scanpix
LITERATUR

Wer ist verantwortlich: Autor oder Verleger?

Die Verantwortung für den Inhalt eines Buches könnte künftig nicht wie bisher beim Autor liegen, sondern beim Verleger. Dies ist die mögliche Konsequenz von Vorschlägen einer staatlichen Untersuchungsgruppe im Rahmen der Überarbeitung der Gesetze zur Meinungs- und Druckfreiheit. Die angedachten Neuerungen stoßen bei Autoren und Verlegern auf Kritik.

aktualisiert 16:15

Die Vorschläge des so genannten Meinungsfreiheits-Komitees liegen gegenwärtig mehreren Institutionen zur Einsicht vor. Der Schwedische Verlegerverband SvF übersandte dem Justizministerium am Freitag seine Stellungnahme. Darin heißt es, zwar begrüße man grundsätzlich eine Überprüfung der gegenwärtigen Gesetzgebung. Gegenüber den vorgeschlagenen neuen Modellen zur Inhaltsverantwortung sei man jedoch kritisch. SvF-Geschäftsführerin Kristina Ahlinder sagte gegenüber Radio Schweden: „Eine solche Veränderung würde unserer Meinung nach weit reichende Konsequenzen haben, sowohl für Schriftsteller als auch für Verleger." Für den Schriftsteller zeichneten sich negative Auswirkungen ab, er könne einen Teil der Freiheit und Kontrolle über seinen Text verlieren, so Ahlinder: „Die Situation bei der Herausgabe eines Buches ist ja eine andere als bei der einer Zeitung: Der Schriftsteller schreibt nicht im Auftrag des Verlages. Er verfasst seinen Text; und wenn dieser fertig ist, nimmt er mit einem Verlag Kontakt auf, der den Text herausgeben kann. Für uns ist es wichtig, dass die Position des Schriftstellers, sein Recht auf sein eigenes Werk, beibehalten wird.“ Zudem würden geänderte Verantwortlichkeiten die Verlage vorsichtiger machen: „Ich glaube, es könnte dazu führen, dass der Verlag zweifelt, etwas herauszugeben; die Herausgabe kann also beeinflusst werden.“

Der Schwedische Schriftstellerverband versandte ebenfalls am Freitag zu den Vorschlägen des Komitees eine überwiegend kritische Stellungnahme. Der Vorsitzende Mats Söderlund sagte Radio Schweden, der Verband befürchte insbesondere, dass man sich bei der Harmonisierung des Rechts für traditionelle und moderne Medien wie das Internet auf den "kleinsten gemeinsamen" Nenner einigen und somit die Meinungsfreiheit insgesamt reduzieren werde.

Das Meinungsfreiheits-Komitee war 2003 als Untersuchungsgruppe gegründet worden, um die Verordnung über die Druckfreiheit und das Grundgesetz über die Meinungsfreiheit einer Revision zu unterziehen. 2008 war das Komitee parlamentarisch verankert worden. Spätestens bis Dezember 2001 soll es Justizministerin Beatrice Ask seinen Abschlussbericht unterbreiten.

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