Ist auch er befallen? Umfassende Untersuchungen sollen Klarheit über die Verbreitung des Fuchs-Zwergbandwurms geben
Natur und Tourismus

Fuchs-Zwergbandwurm in Schweden entdeckt

Fuchs-Zwergbandwurm auch in Schweden?
3:30 min

Schweden wird immer mehr zum „ganz normalen Land in Europa“. Das gilt seit kurzem auch für die bislang von bestimmten Parasiten weitgehend verschonte Fauna. In Uddevalla in Westschweden wurde jetzt zum ersten Mal der gefürchtete Fuchs-Zwergbandwurm bei einem Fuchs festgestellt. Damit ist für Naturliebhaber, insbesondere Beeren- und Pilzsammler, womöglich auch in Schwedens Wäldern Vorsicht geboten.

Der Fuchs-Zwergbandwurm ist in südlicheren europäischen Ländern bereits weit verbreitet. Er befällt Füchse, aber auch Hunde, denn diese verspeisen Nagetiere wie Wald- und Wühlmäuse, die dem Parasiten als Wirtstiere dienen. Die Übertragung auf Menschen ist selten, kann aber, wenn sie vorkommt gefährlich werden, da sich der Fuchs-Zwergbandwurm in der Leber einnistet und diese langsam zerstört.

Massenuntersuchungen bei Füchsen

Der Fund eines befallenen Fuchses in Westschweden ist ein ernstes Alarmsignal, meint Eva Osterman Lind, Parasitologin beim staatlichen Veterinäramt. „Es ist insofern ernst, als wir seit Jahren intensiv bemüht gewesen sind, Parasiten und Erkrankungen aus Schweden fernzuhalten. Wir haben strikte Quarantäne- und Wurmkurvorschriften für die Einfuhr von Tieren, die bislang gegriffen hatten.“

Festgestellt wurde bislang nur ein einziger Fall. Es besteht also die Hoffnung, dass sich der Parasit noch nicht verbreitet hat. Um dies festzustellen wird das staatliche Veterinäramt in den nächsten Monaten rund 300 Fuchskadaver aus dem ganzen Land auf Parasitenbefall untersuchen. Besonderes Augenmerk wird auf die Region Westschweden gelegt. Hier wird das Amt Kontakt zu Jägern aufnehmen, um zusätzliche Proben eingesandt zu bekommen, da das Risiko dort am größten ist, dass sich der Parasit bereits etabliert hat. „Wir werden so rasch wie möglich arbeiten. Aber die Untersuchungen sind zeitraubend. Man untersucht den Darm der Tiere, nachdem die Kadaver zuvor eine Woche lang auf minus 80 Grad eingefroren gelegen haben, um eventuell bereits eingenistete Eier abzutöten. Mit einem Ergebnis rechne ich nicht vor in ein bis zwei Monaten“, sagt Eva Osterman Lind.

Bekämpfung selten erfolgreich

Sollte sich herausstellen, dass sich der Fuchsbandwurm etabliert hat, werden Gegenmaßnahmen erwogen. „Sofern es sich um ein sehr begrenztes Verbreitungsgebiet handelt, werden wir eine Bekämpfung versuchen. In erster Linie werden wir dann Medikamente gegen Wurmbefall im Wald auslegen, in der Hoffnung, die Füchse nehmen diese auf. Es muss aber dazugesagt werden, dass solche Maßnahmen bislang in keinem einzigen Land Erfolg hatten“, so Osterman Lind pessimistisch. Damit gelten demnächst womöglich auch für Besucher schwedischer Wälder die Maßregeln, die anderswo bereits seit langer Zeit gang und gäbe sind, und die vor allem Hundebesitzer betreffen: Hunde anleinen, Hunde regelmäßig mit Wurmkuren behandeln und vor allem - Handhygiene. Auch der Umgang mit Pilzen und Beeren könnte sich ändern. Das sommerliche Müsli mit frischen Walderdbeeren, Himbeeren oder Blaubeeren kommt dann auch in Schweden nur noch in den Erzählungen aus der „guten alten Zeit vor“:  „Sollte sich herausstellen, dass der Fuchs-Zwergbandwurm wirklich Verbreitung gefunden hat, dann werden wir in Zukunft im Wald gepflückte Beeren vor dem Verzehr abkochen müssen.“   

Luise Steinberger

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