Brustkrebs

Früherkennung durch Mammographie in Farbe

3:52 min

Durch die Entwicklung eines Farbmammographiesensors kann Brustkrebs früher erkannt und besser behandelt werden. Das von schwedischen Experten entwickelte Gerät befindet sich zurzeit in der Erprobungsphase am Krankenhaus St. Göran in Stockholm. Gleichzeitig testet das Karolinische Institut in der schwedischen Hauptstadt eine neue Methode zur Entfernung von Brustkrebs.

Brustkrebs gehört zur häufigsten Krebserkrankung schwedischer Frauen. Jährlich werden rund 7.000 neue Fälle diagnostiziert. Die Vorsorge und frühzeitige Erkennung der Krankheit ist deshalb von zentraler Bedeutung. Häufig werden Lymphknoten festgestellt, die sich später nach genauerer Untersuchung als harmlos erweisen.

Eine große psychische Belastung für viele Frauen, wie Karin Leifland vom Krankenhaus St. Göran in Stockholm bestätigt: „Frauen, die zum Gesundheitscheck kommen, wollen den Beweis haben, dass sie gesund sind. Wenn sie dann zur Nachuntersuchung bestellt werden, ist das ein Schock für sie, weil sie dann daran denken, dass es Krebs sein könnte. Aber das muss ja nicht so sein. Diese Frauen sind zutiefst beunruhigt.“

Rund 500 Frauen werden jährlich unnötig operiert, weil sich herausstellt, dass es sich nicht um ein Krebsgeschwür handelt. Wenn also direkt bei der Mammographie bestätigt werden könnte, ob es sich tatsächlich um ein Krebsgeschwür handelt, wäre viel gewonnen.

Frühe Aufschlüsse

Mats Danielsson zeigt seinen neuen Apparat, der dies möglich machen soll. Der Professor für medizinische Bildphysik hat an der Königlich Technischen Hochschule einen Sensor entwickelt, der Geschwüre bei der Mammographie in Farbe wiedergeben kann. Von der Färbung können dann Rückschlüsse gezogen werden, ob es sich um Brustkrebs handelt, wie Danielsson dem Schwedischen Fernsehen erklärt:

„Bisher war der Sensor farbenblind. Es gab nur schwarz-weiße Bilder. Neu ist jetzt der Farbsensor. Wenn man unterschiedliche Farben sieht, kann man auch Krebszellen deutlicher erkennen, weil das Gewebe aus anderen Grundstoffen besteht. Es ist so wichtig, dass man die Krebszellen früh erkennt, weil das die Überlebenschancen deutlich erhöht. Die liegen dann bei 100 Prozent. Die Färbung hilft auch, mehrere Fälle früher zu erkennen, ohne dass man mit einer Biopsie Gewebeproben entnehmen muss.“

Momentan wird die Farbmammographie bei St. Göran erprobt. Patientinnen werden also noch Gewebeproben entnommen, um die Methode zu verifizieren. In gut einem Jahr soll die neue Technik verfügbar sein.

Neue Operationstechnik

Ebenfalls in der Erprobung ist eine neue Operationstechnik zur Entfernung von Brustkrebs am Karolinischen Institut. Dort arbeitet Hans Wigsell an der Entwicklung der neuen Methode: „Wenn man hier dreht, wird Spannung über Radiofrequenz erzeugt. Dies Spannung erzeugt Wärme durch Reibung am Tumor.“

Ohne größeren Eingriff mit lokaler Betäubung wird eine lange Nadel an den Tumor geführt, die das Geschwür auf etwa 90 Grad Celsius erhitzt und damit abtötet. „Man kann sagen, dass man einen Mikrowellenherd in den Patienten steckt“, erklärt Wigsell. In der Testphase werden die Frauen mit der neuen Methode behandelt. Der Tumor wird dann jedoch trotzdem operativ entfernt, um zu bestätigen, dass er abgestorben ist.

Ritva Koistinen ist eine der Testpersonen. Für sie war die Teilnahme selbstverständlich: „Ich wollte einfach helfen. In der Zukunft braucht es dann vielleicht keine Operation mehr“, sagt Koistinen. Sie bestätigt, dass der Eingriff kaum Schmerzen verursacht hat.

Die klassische Operation, bei der auch benachbarte Lymphdrüsen entfernt werden, kann zu Nebenwirkungen führen, wie Schmerzen, Schwierigkeiten, den Arm zu bewegen oder Infektionen. Sollte die neue Methode erfolgreich getestet werden, gehörten diese Probleme der Vergangenheit an.

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