Astrid Lindgren ziert den neuen 20-Kronen-Schein (Foto: Scanpix/ Montage: Sveriges Radio)
Neue Gesichter in alter Färbung: Astrid Lindgren löst Selma Lagerlöf auf dem Zwanziger ab (Foto: Scanpix/ Montage: Sveriges Radio)
Reichsbank druckt frische Motive

Astrid Lindgren ziert neuen 20-Kronen-Schein

3:16 min

Was haben Ingmar Bergman, Dag Hammarskjöld und Astrid Lindgren gemeinsam? Sie alle sowie drei weitere Berühmtheiten zieren die neuen Scheine, die die Reichsbank spätestens 2015 in Umlauf bringen will. Bis dahin ist noch viel zu tun.

Prominenz für jedermann - in wenigen Jahren in Ihrer Geldbörse: Die Wahl des Beirats der Reichsbank fiel schließlich neben der wohl beliebtesten Kinderbuchautorin der Welt, Astrid Lindgren, dem Diplomaten Dag Hammarskjöld und Weltregisseur Ingmar Bergman auf die Operndiva Birgit Nilsson, Filmstar Greta Garbo sowie den dauerbeliebten Komponisten Evert Taube. Eine gleichmäßige Verteilung der Ehre auf männliche und weibliche Prominenz sei ein selbstverständlicher Ausgangspunkt gewesen, heißt es aus dem Beirat. 

Zwei prominente Schriftstellerinnen

Astrid Lindgren verdrängt ihre Autorenkollegin Selma Lagerlöf vom Thron und wird künftig den Platz auf dem violetten 20-Kronen-Schein einnehmen. Die schwedische Bevölkerung konnte monatelang Vorschläge einreichen und Astrid Lindgren führte die Wunschliste deutlich an. 

„Uns war wichtig, dass Astrid Lindgren die neue Person auf dem Zwanziger wird“, betont Peter Egart, Mitglied des Beirats, gegenüber Sveriges Radio International. „Vor allem, weil Kinder wohl am ehesten mit diesem Schein in Berührung kommen als mit den anderen. Gerade in diesem Fall hatten wir also noch einen Sondergrund.“ 

Auswahl gab es dennoch genug. Dazu sollten die Auserwählten auch verschiedene Gegenden Schwedens repräsentieren. „Wir haben versucht, Themen beziehungsweise Motive zu finden, die von der Bevölkerung gut aufgenommen werden können, aber auch international einen hohen Bekanntheitsgrad haben“, erzählt Peter Egart. „Deshalb haben wir uns für Kultur im weitesten Sinne entschieden und Regionen, die man mit den vorgeschlagenen Persönlichkeiten in Verbindung bringt.“ 

So soll die Vorderseite des Scheins jeweils ein Porträt zieren, auf der Rückseite findet sich das passende Landschaftsbild. Wie genau die Scheine jedoch aussehen werden, entscheidet ein Designwettbewerb, der im April ausgeschrieben werden soll und dann das gesamte Jahr läuft. Spätestens zu Beginn 2012 entscheidet sich der Beirat für das endgültige Aussehen des neuen Geldes. Bis alle Banknoten gedruckt sind und feststeht, wie der Wechsel von alt nach neu vonstatten gehen soll, werden noch Jahre vergehen. Spätestens 2015 dann soll mit den neuen Scheinen bezahlt werden können.

Farblich bleibt alles beim Alten

Aber auch bei den Münzen tut sich etwas: Während die Scheine um den Zweihunderter reicher werden, gesellt sich bei den Münzen das Zwei-Kronen-Stück dazu. Auf dem Hartgeld soll weiterhin Schwedens Staatsoberhaupt, König Carl XVI. Gustaf zu sehen sein. Christina Wejshammar, bei der Reichsbank für Geldscheine und Münzen verantwortlich, erklärt, worauf es bei der Wahl auch ankam: „Alles fing mit der Feststellung an, dass die Scheine längerfristig gesehen, fälschungssicherer werden müssen. Auch zukünftig sollen die Probleme mit Nachdrucken klein bleiben. Die Münzen sind recht groß und schwer, auch das wollten wir ändern. Und dann fiel uns auf, dass wir keinen Zweihunderter und keinen Zweier haben, das war so etwas wie ein Aha-Erlebnis. Wir ändern im Prinzip alles bis auf die Farben und das Zehn-Kronen-Stück. Ansonsten ist alles neu.“

Liv Heidbüchel/Göran Löwing 

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade ljud i menyn under Min lista