Verdiente dank eines Steuerabkommens mit Peru eine Million Euro: AMF-Vorstandsvorsitzender Bertil Villard (Bildcollage: SR/ Foto: Scanpix)
Pensionsfonds-Unternehmen erneut in der Kritik

AMF-Vorstand der Steuerflucht bezichtigt

Das Pensionsfonds-Unternehmen AMF in der Hand des Schwedischen Wirtschaftsverbands und des Gewerkschaftsdachverbands sorgt erneut für Negativschlagzeilen. Wie der Schwedische Rundfunk berichtet, soll der Vorstandsvorsitzende Bertil Villard über ein eigenes, in Peru gemeldetes Unternehmen umgerechnet knapp zweieinhalb Millionen Euro über Luxemburg in das südamerikanische Land transferiert haben und sich dabei den dortigen Steuersatz von 4 Prozent zu Nutze gemacht haben. Nach der Entrichtung der Steuer in Peru habe Villard das Geld zurück nach Schweden überwiesen und somit eine Steuerschuld von umgerechnet einer Million Euro umgangen. Villard verwies bei der Transaktion auf ein gültiges Steuerabkommen zwischen Schweden und Peru aus den 1960er Jahren, das erst 2007 aufgekündigt wurde.

Obgleich die schwedischen Steuerbehörden das Vorgehen als gesetzlich zulässig anerkannten und eine gültige Steuererklärung des AMF-Vorstandsvorsitzenden vorliegt, soll nun das Verwaltungsgericht klären, ob Villard möglicherweise doch Steuerschlupflöcher genutzt hat. Unterdessen wächst die Kritik an dem Vorgehen Villards, das insbesondere von Gewerkschaftsseite als unmoralisch verurteilt wird. Villard selbst entgegnete im Schwedischen Rundfunk, er habe hohe ethische Ambitionen.

Erst vor zwei Jahren hatte es einen Sturm der Kritik gegen das Pensionsfonds-Unternehmen gegeben, weil Aufsichtsratsmitglieder Millionenabfindungen für scheidende Direktoren gebilligt hatten, während Rentner und Pensionäre Kürzungen ihrer AMF-Ruhegelder hatten hinnehmen müssen.

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