Sitzt seit zehn Jahren ohne Anklageschrift und Prozess in Haft: Journalist Dawit Isaak
Menschenrechte

Afrikanische Länder fordern Dawit Isaaks Freilassung

In den Fall des inhaftierten schwedisch-eritreischen Journalisten Dawit Isaak kommt Bewegung. Medienberichten zufolge hat die EU gemeinsam mit der Gruppe der afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten den Druck auf die Diktatur in Eritrea erhöht. Demnach erwirkte der schwedische Europaparlamentarier Olle Schmidt, dass der Abschlussbericht der diesjährigen Sitzung in Budapest besonders auf das Schicksal Dawit Isaaks fokussiert.

Zuvor sei es schwer gewesen, insbesondere die afrikanischen Vertreter zu einer kritischen Stellungnahme zu bewegen. Nicht zuletzt die Revolten in arabischen und nordafrikanischen Ländern in diesem Frühjahr hätten zu einem Umdenken geführt, so Olle Schmidt gegenüber der Zeitung Expressen.

Der schwedisch-eritreische Journalist Isaak sitzt seit fast zehn Jahren ohne Anklage oder ordentlichen Prozess in einem berüchtigten Gefängnis in Eritrea ein, seit Isaak sich für eine demokratische Entwicklung des Landes ausgesprochen hatte. Der vom schwedischen Außenamt gewählte Weg der stillen Diplomatie zur Freilassung Isaaks hat bisher keinen Erfolg gezeigt.

Dawit Isaak

hat sowohl die schwedische als auch die eritreische Staatsangehörigkeit. Der Journalist wurde 2001 inhaftiert, nachdem seine Zeitung „Setit“ – die erste unabhängige des nordostafrikanischen Landes - Forderungen nach demokratischen Reformen in Eritrea veröffentlicht hatte.

Eine Anklageschrift ist Isaak nie vorgelegt worden, ein Prozess hat nie stattgefunden. Zahlreiche Politiker und Prominente in Schweden setzen sich seit Langem für seine Freilassung aus einem Gefängnis bei Asmara ein.

Dawit Isaak kam 1987 als Flüchtling nach Schweden und nahm 1992 die schwedische Staatsbürgerschaft an. Nach Ende des Krieges zwischen Äthiopien und Eritrea kehrte er nach Asmara zurück, um dort als Journalist zu arbeiten.

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