Früherkennung

Krebsrisiko in Zukunft besser einschätzen

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In der bisher weltweit größten Studie zur genetischen Früherkennung von Krebs sind etwa fünfzig neue genetische Merkmale entdeckt worden, die auf das Risiko für verschiedene Krebstypen deuten. Die Ergebnisse können helfen, Krebsvorsorge-untersuchungen zu verbessern. Am heutigen Mittwoch ist die Studie auf einer Tagung am Stockholmer Karolinska Institutet vorgestellt worden.

Insgesamt 140 Forschergruppen haben daran gearbeitet, die genetischen Risikofaktoren für häufige Krebsarten wie Gebärmutter- und Prostatakrebs zu ermitteln. Personen, die ein erhöhtes Risiko für bestimmte Krebsarten zeigen, sollen damit besser schon vor einer Erkrankung ermittelt werden können.

„Wir glauben, dass wir in zwei bis drei Jahren die Frauen, die etwa an Brust-, oder Eierstockkrebs leiden werden, und die Männer, die an Prostatakrebs erkranken werden, im Vorhinein identifizieren können.“

Professor Per Hall vom Karolinska Institutet leitet die schwedische Forschergruppe, die sich an dem internationalen Projekt beteiligt hat. Er äußerte sich optimistisch gegenüber dem Schwedischen Fernsehen. Bisher waren etwa sechzig bis siebzig genetische Veränderungen, die zum Krebsrisiko beitragen, bekannt. Mit der Forschungsarbeit hat sich diese Zahl nahezu verdoppelt. Die Ergebnisse könnten helfen, Krebsuntersuchungen anzupassen, so Hall.

Diejenigen, mit einem geringen Risiko, zum Beispiel Frauen mit niedrigem Brustkrebsrisiko, müssten nicht so häufig zum Mammografiescreening, wie das heute üblich ist. Und Frauen mit einem höheren Risiko sollten häufiger gescannt werden.

Für die Tests wurden Blutproben von 200.000 Menschen genommen und untersucht. Jede Probe wurde auf rund 200.000 unterschiedliche Genveränderungen getestet, die das Risiko für Krebserkrankungen erhöhen könnten.