Öfter vor Gericht

Häufiger Streit um Vormundschaft

Eltern streiten sich deutlich häufiger vor dem Amtsgericht um die Vormundschaft für das gemeinsame Kind als noch vor einigen Jahren. Die Zahl Fälle ist in den letzten fünf Jahren um die Hälfte gestiegen, berichtet die Tageszeitung Dagens Nyheter. Im letzten Jahr waren über 4.300 Fälle angemeldet worden. Im Vergleich dazu waren es 2.845 Fälle im Jahr 2005.

Mit der Anzahl der Fälle steigen auch die Kosten. Insgesamt umgerechnet 6,5 Millionen Euro (60 Mio. SEK) fallen für die Vormundschaftsstreitigkeiten bei den Gerichten an, Anwaltskosten und Kosten für eventuelle höhere Instanzen nicht berücksichtigt. Eine mögliche Erklärung könnten Veränderungen in der Gesetzgebung sein, so Juraprofessorin Johanna Schiratzki gegebüber Dagens Nyheter. Seit 2006 sei es einfacher, die alleinige Vormundschaft zu erhalten, das könne Elternteile zu einem Streit vor Gericht bewegen.

Bevor der Vormundschaftsstreit ans Amtsgericht geht, können Eltern sich auf das Familienrecht berufen, und zunächst in ihrer Gemeinde um ein gemeinsames Gespräch bitten. Laut dem Familienrecht steht das Recht des Kindes auf Umgang mit beiden Elternteilen im Vordergrund.