Zentrumspartei sucht neue Führung

Olofssons mögliche Nachfolger vorgestellt

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Die Kandidaten für die Nachfolge von Zentrumsparteichefin Maud Olofsson stehen fest. Am Donnerstagmittag stellte der Vorsitzende des zuständigen Ausschusses die drei Anwärter vor.

Die Ankündigung, wer den Kampf um den Vorsitz der kleinen bürgerlichen Partei austragen wird, enthielt keine Überraschungen. Wie erwartet wurden die wirtschaftspolitische Sprecherin Annie Johansson, IT- und Regionalministerin Anna-Karin Hatt und der Reichstagsabgeordnete Anders W Jonsson nominiert. Alle drei genießen großes Vertrauen der Parteibasis, betonte der Vorsitzende des Wahlausschusses während der Pressekonferenz.

Favoritin tritt aus Olofssons Schatten

Neben ihrem Amt als IT- und Regionalministerin hat Anna-Karin Hatt auch den Vorsitz der Reformgruppe inne, die sich mit landesweitem nachhaltigem Wachstum beschäftigt. Auf der Pressekonferenz unterstrich die 38-Jährige die Wichtigkeit, dass andere ebenso wie sie die Chance zum sozialen Aufstieg haben sollten. 

„Es muss eine gute Parteispitze geben, damit das Zentrum eine starke Partei wird. Mir ist es wichtig, dass andere wachsen und ihre Rolle finden. Lange stand ich einen Schritt hinter Maud Olofsson und habe viel Richtiges gesehen, aber auch einiges, was verbessert werden kann.“ 

Hatt versprach, dass sich die Zentrumspartei unter ihrer Führung zu einer warmen, grünen und sozialliberalen Partei für die Landbevölkerung sowie für Kosmopoliten entwickeln werde.

Wirtschaftspolitische Sprecherin will modernisieren

Die erst 28-jährige Annie Johansson sitzt seit 2006 im Reichstag. Die derzeitige wirtschaftspolitische Sprecherin kündigte an, dass die begonnene Reformarbeit unter ihrer Regie weitergehen werde. 

„Wir müssen ein modernes Zentrum entwickeln. Uns fehlt es an Relevanz. Wir müssen bedeutsamer werden und intelligente Reformvorschläge einbringen.“ 

Johanssons Ziel sind 20 Prozent der Wählersympathien – ein mutiges Ziel, liegt die Partei derzeit gerade einmal bei 4,5 Prozent. Erreichen will die Kandidatin dies durch mehr Einsatz bei Umweltfragen, Berücksichtigung des Individuums bei gleichzeitiger Unterstützung der Schwachen der Gesellschaft.

Kinderarzt für mehr Wohlfahrt

Als letzter Kandidat trat Anders W Jonsson vor die versammelte Presse. Der 50-jährige Kinderarzt machte sich insbesondere für die Stärkung des Wohlfahrtsstaates stark. Jonsson, der im Vorfeld eher als Geheimtipp gehandelt wurde, betonte, dass Freiheit nicht nur für Menschen auf der Sonnenseite des Lebens gelten dürfe. 

„Bei meiner Arbeit treffe ich täglich Menschen, die nicht frei sind, und für sie möchte ich die Politik verändern. Sie fragen sich, ob sie ausreichend medizinisch versorgt werden, wenn sie krank werden oder ob die Altenpflege sich auch gut um die alte Oma kümmert. Ich will, dass das Zentrum eine Partei ist, die Antworten auf diese Fragen im Bereich der Medizin und Fürsorge geben kann.“ 

Während sich an der Parteibasis die Stimmen mehren, dass sich die Beteiligung an der bürgerlichen Allianz für das Zentrum nicht auszahle, betonten alle drei Kandidaten, dass sie an der Koalition festhalten wollen. 

Geplant ist nun eine Kandidatenseite im Internet sowie eine Reihe öffentlicher Debatten, bei der die möglichen Nachfolger Rede und Antwort stehen müssen. Wer das Rennen macht, wird auf dem Parteitag im September entschieden.

Liv Heidbüchel

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