IT-Gesellschaft

Computerspiele doch gewaltfördernd?

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Nach den Anschlägen in Norwegen geht es auch in Schweden um die Frage, welche Auswirkungen aggressive Computerspiele auf die Spieler haben. Wissenschaftler des Karolinska Instituts verweisen auf Studien, nach denen gewaltsame Computerspiele bei den Anwendern die Aggression steigern und Hemmschwellen herabsetzen können.

Der Massenmörder Anders Behring Breivik hatte ausgesagt, sich auf seine Taten mithilfe von Computerspielen vorbereitet zu haben. Eins der weltweit beliebtesten Spiele, Modern Warfare 2, nennt Breivik in seinem Tagebuch gleich mehrfach. Demnach betrachte er das Spiel als Vorbereitung auf das Attentat. In einem Abschnitt des Spiels schlüpft der Anwender in die Rolle eines Terroristen, der auf einem Flughafen unschuldige Zivilisten erschießt. 

Im vergangenen Herbst führten Forscher am Karolinska Institut eine Studie durch, bei der sie das Aggressionsniveau von 130.000 Personen testeten, die aggressive Computerspiele spielten. Predrag Petrovic, Hirnforscher am Karolinska Institut, sagte dazu im Schwedischen Rundfunk: „Bei einem Teil der Studien hat man zeigen können, dass man von aggressiven Computerspielen tatsächlich aggressiver wird, unabhängig davon, auf welchem Aggressionsniveau man sich vorher befand. Es gibt auch Studien, die diesen Beweis nicht erbringen konnten, die meisten aber schon.“ 

Insbesondere von Gesellschaftswissenschaftlern kommt Kritik an dieser Art von Studien. Hirnforscher Petrovic räumt ein, dass Computerspiele selbstredend auch positive Effekte hätten. Gerade realistische, gewalttätige Kriegsspiele aber funktionieren in der Praxis als Training, so Petrovic. 

„Wenn man etwas nur oft genug tut, wird man schließlich gut darin. Erschießt man in einem Computerspiel oft genug Zivilisten, wird man darin auch besser.“

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