Kronprinzessin erwartet erstes Kind

Freude bei Untertanen und Presse

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Die Nachricht von der Schwangerschaft Victorias schlug am Mittwoch ein wie eine Bombe. Auf kaum einen anderen schwedischen Bauch dürfte in den vergangenen Monaten so ungeniert gestarrt worden sein wie auf den der Kronprinzessin. Während die deutsche Bild unverblümt munkelt, das für den März erwartete Baby könnte in Berlin gezeugt worden sein, halten sich die hiesigen Medien an einen dezenteren Ton. Gleichzeitig dürfen sie sich auf Mehreinnahmen durch die Geburt des Thronfolgers oder der Thronfolgerin freuen.

„Wir sind natürlich überglücklich“, sagte ein strahlender Prinz Daniel vor der versammelten Presse, die das Kronprinzessinnenpaar künftig vermutlich noch stärker belagern wird als bisher. „Aber es ist noch ein halbes Jahr hin und wir gehen es ruhig an.“

Lang ersehnte Positiv-Meldung

Schon lange haben sich die beiden ein Kind gewünscht, immer wieder kochten die Gerüchte von einer Schwangerschaft hoch. Dann wieder wurde gemunkelt, Prinz Daniel sei womöglich zeugungsunfähig. Nun dürfte das Paar von einem Alpdruck befreit sein: Nicht nur vom Druck, die Blutslinie der Bernadottes aufrecht zu erhalten, sondern auch vom Druck, dem Königshaus endlich wieder positive Schlagzeilen zu bescheren, meint Hofexperte Roger Lundgren im Schwedischen Rundfunk. 

„Das vergangene Jahr war das Schwerste für die schwedische Monarchie seit Jahrzehnten. Natürlich brauchte das Königshaus endlich etwas Erfreuliches – für sich, aber auch für das, was sie repräsentieren, nämlich das schwedische Königreich. Was kann da besser sein als ein Baby als neues Bindeglied im Geschlecht der Bernadottes? Wir vergessen leicht, dass - auch wenn die Königsfamilie insgesamt ein ganz anderes Leben führt als wir - sie doch eine Familie ist, in der sich alle sehr nahe stehen. Ich weiß, dass sich der König und vor allem die Königin schon lange ein Enkelkind wünschen. Die beiden müssen auch überglücklich sein.“

Begeisterte Untertanen

Fröhlich stimmte die Nachricht von Victorias Schwangerschaft auch die Untertanen: Die Zeitungen riefen zu Glückwünschen auf, und auch in Umfragen zeigte sich einmal mehr, dass die Kronprinzessin und ihr Gemahl bei der Bevölkerung einen Stein im Brett haben. 

„Oh, wie nett!“, freut sich ein junger Mann aus Südschweden. „Das ist doch großartig, dass sie eigene Kinder bekommen können. Hauptsache, es ist gesund.“ 

„Toll!“, stimmt eine ältere Dame zu. „Ich wünsche ihnen alles Gute. Wir haben sowieso ein ganz wundervolles Königshaus, und das neue Paar ist sehr repräsentativ für uns Schweden. Ich mag die beiden gern.“ 

Bei den Wettbüros kann man schon auf den Namen wetten, auf den der königliche Nachwuchs getauft werden soll. Auf ausgefallene Namen wie Zlatan steht ein deutlich höherer Gewinn als auf die traditionellen königlichen, die denn auch als wahrscheinlich gelten. Erik, Gustav oder Oscar sind denkbar, für Mädchen gelten Desireé, Margaretha oder Kristina als wahrscheinlich. Da die Kronprinzessin selbst stolze Trägerin von vier Namen ist, hat das Elternpaar bei der Wahl einigen Spielraum.

Liv Heidbüchel