justiz

Kritik an Zwangsunterbringung Jugendlicher

Der schwedische Ombudsmann für die Wahrung der Interessen von Kindern, Fredrik Malmberg, hat die Behandlung von Jugendlichen kritisiert, die in geschlossenen Heimen untergebracht sind. In einem Beitrag für die Zeitung Dagens Nyheter schrieb Malmberg, seit die Anti-Folter-Kommission des Europarates vor zwei Jahren diesen Bereich der  schwedischen Rechtspolitik gerügt habe, sei nichts geschehen, was die Lage der Jugendlichen verbessert habe. Vielen Betroffenen werde weiterhin der Kontakt mit Angehörigen verweigert. Zu Verhören beim Verdacht von Straftaten würden oft weder Anwälte noch Sozialarbeiter zugelassen. Hinzu komme, dass viele Jugendliche ihr Zwangsquartier mit erwachsenen Straftätern teilen müssten.

Malmberg betonte, es sei an der Zeit, dass Schweden die Kritik des Europarates ernst nehme und die bestehenden Missstände beseitige.  Nach Angaben des Ombudmannes waren im vergangenen Jahr 155 Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren wegen des Verdachts strafbarer Handlungen oder aus sozialen Gründen in geschlossenen Heimen untergebracht.