Meereslaboratorium sucht Hilfe bei der Hummerjagd

Amerikaner in Schale nicht willkommen

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Die Hummersaison an der Westküste Schwedens beginnt. Es ist Hummerpremierentag, ab heute dürfen wieder Hummer gefangen werden. Und manchem Hummerfischer wird vermutlich auch ein Schalentier ins Garn gehen, das eigentlich vor der nordamerikanischen Küste daheim sein sollte. In solchen Fällen möchte das Meereslaboratorium in Lysekil informiert werden.

„Wir haben grade eine Kampagne eingeleitet. Wir brauchen die Hilfe aller Hummerfischer", sagt Vidar Øresland vom Meereslaboratorium. „Bitte benachrichtigen Sie uns, wenn sie glauben, dass sie einen amerikanischen Hummer oder einen kranken Hummer gefangen haben."

Bitte rufen Sie an

Plakate mit dieser Aufforderung hängen an rund 70 Stellen entlang der schwedischen Westküste zwischen Strömstad und den Göteborger Schären. Neben dem Lebensmittelladen Skaftöhallen in Fiskebäckskil, heftet Øresland gerade einen solchen Anschlag fest, als die Lokalredaktion des Schwedischen Rundfunks ihn trifft.

Er sagt, dass seit 2008 nachweislich ungefähr ein halbes Dutzend amerikanische Hummer in schwedischen Gewässern aufgetaucht seien: „Wir wissen nicht, wie viele es hier gibt", bedauert er. „Um exaktere Schätzungen machen zu können, bitten wir die Fischer um Unterstützung. Sie sind ja viel mehr draußen als wir."

Krankheitsübertragung

Rund 120 bis 130 Tonnen Hummer werden pro Jahr gefangen, schätzt die schwedische Fischereibehörde, der weitaus größte Teil von Hobbyanglern. Hummer gedeihen im kalten Wasser an der Westküste besonders gut. Deshalb gehen Fachleute davon aus, dass auch Krustentiere aus anderen Teilen der Welt sich dort wohlfühlen und ausbreiten.

An sich sind die Hummer nicht weiter gefährlich, erläutert Fischereiexperte Øresland, aber: „Sie können gefährliche Krankheiten und Parasiten haben, die sie einschleppen können. Und möglicherweise verdrängen sie unsere europäische Hummerart. Das möchten wir verhindern."

Hummersaison 2011

In dieser Saison ist der Hummerfang zwischen dem 26. September um 7 Uhr und dem 30. April 2012 zugelassen. Ausländer dürfen nur in Begleitung von Schweden fangen.

Für Privatleute und Angler sind höchstens 14 Reusen gestattet, professionelle Fischer dürfen maximal 50 Reusen auslegen. Hummer für den Verzehr müssen eine Mindestgröße haben: der Rücken des Tieres soll zwischen Kopfende und Schwanz mindestens 8 cm messen. Kleinere Exemplare müssen wieder ausgesetzt werden, sonst drohen umgerechnet zirka 1.600 Euro Strafe. Ein Kilo Hummer kostet umgerechnet ungefähr 100 Euro.

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