Sportveranstaltungen mit hohem Gewaltrisiko

Regierung wirft ein Auge auf Polizeirechnungen

2:49 min

Justizministerin Beatrice Ask möchte die neue Regelung prüfen, wonach Sportvereine die Polizeieinsätze bei Veranstaltungen mit Gewaltrisiko selbst bezahlen müssen. Wie der Schwedische Rundfunk am Donnerstag meldet, will die Regierung nun eine mögliche Ungleichbehandlung der Vereine untersuchen. Der neue Ermittler einer von der Regierung eingesetzten Untersuchungskommission soll die entsprechenden Regeln erarbeiten, so die Justizministerin. 

Gerade in Stockholm kommt es mit schöner Regelmäßigkeit bei Begegnungen der örtlichen Vereine AIK, Djurgården und Hammarby zu Randale und Gewalt. Jedes Mal muss die Polizei mit einem Großaufgebot für Ruhe sorgen. Dies lässt sie sich jetzt seit Mitte November von den Vereinen vergüten. Die Stockholmer Vereine fühlen sich deshalb gegenüber der Konkurrenz aus der Provinz benachteiligt. Ein Standpunkt, der auch bei Justizministerin Beatrice Ask jetzt Gehör findet:

„Manche Vereine haben wirtschaftliche Probleme. Die Kosten für Sportveranstaltungen können zu hoch werden. Man muss einigermaßen sichere Voraussetzungen haben, um größere Veranstaltungen organisieren zu können. Die Vereine sind sehr unterschiedlich geprägt, was Wirtschaftskraft und Organisation angeht.“

Die Regierung hatte bereits zuvor eine Kommission eingerichtet, die untersuchen sollte, wie man der wachsenden Gewalt im Sport beikommt. Der zuständige Ermittler, der ehemalige konservative Reichstagsabgeordnete Per Unckel, war jedoch im September verstorben. Jetzt wurde der ehemalige Chef der obersten Polizeibehörde, Björn Eriksson, als Nachfolger berufen. Er soll auch einheitliche Regeln erarbeiten, nach denen die Polizei überall in Schweden ihre Einsätze in Rechnung stellt.

Einheitliche Regelung

Justizministerin Ask möchte nicht, dass die Regeln wie bisher so unterschiedlich interpretiert werden: „Viele finden, es führt zu merkwürdigen Konsequenzen, wenn die Polizei die Begegnungen so unterschiedlich beurteilt. Das müssen wir uns genauer ansehen und eindeutige Regelungen formulieren, die in der Praxis dann auch funktionieren.“

Der Teufel steckt hier jedoch im Detail, da es nicht nur um unterschiedliche Standorte geht, sondern auch um unterschiedliche Organisationsformen. Manche Vereine sind Aktiengesellschaften, manche gemeinnützige Vereine. So werden sich die Stockholmer Clubs wohl bis zum Frühjahr gedulden müssen, bis der Ermittler der Regierung einen entsprechenden Vorschlag präsentiert.

Doch Björn Eriksson ist sich sicher, dass sich seine Arbeit und auch die der Vereine letztendlich lohnen wird: „Ein großes Problem ist ja, dass es weniger Einnahmen gibt, weil viele Menschen sich nicht mehr zu Sportveranstaltungen wagen. Ich glaube also, die Sicherheitarbeit lohnt sich, weil dann mehr Zuschauer kommen. Aber natürlich ist das eine Teamarbeit: Ein Teil der Verantwortung liegt bei den Vereinen, eine Teil beim Staat. Wir müssen nur das richtige Gleichgewicht finden“.

Sicherheit lohnt sich

Doch Björn Eriksson ist sich sicher, dass sich seine Arbeit und auch die der Vereine letztendlich lohnen wird: „Ein großes Problem ist ja, dass es weniger Einnahmen gibt, weil viele Menschen sich nicht mehr zu Sportveranstaltungen wagen. Ich glaube also, die Sicherheitarbeit lohnt sich, weil dann mehr Zuschauer kommen. Aber natürlich ist das eine Teamarbeit: Ein Teil der Verantwortung liegt bei den Vereinen, ein Teil beim Staat. Wir müssen nur das richtige Gleichgewicht finden".

Gleichzeitig hat Justizministerin Ask schon angedeutet, dass an eine völlige Abschaffung der Abgaben für Polizeieinsätze wohl eher nicht gedacht ist.

Mats Eriksson/Dieter Weiand