Foto: Ingemar Lundgren/Deep Sea Productions.
Schiffswrack "Svärdet"

Sensationeller Fund auf dem Grund der Ostsee

Dramatische Geschichte aufgetaucht
2:59 min

Taucher haben südöstlich der Ostseeinsel Öland ein nahezu intaktes schwedisches Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert gefunden. Taucher und Meeresarchäologen bezeichnen den Fund der „Svärdet“ zusammen mit der Entdeckung der „Mars“ in diesem Frühjahr als sensationell.

„Svärdet“, zu deutsch das Schwert war im Jahr 1676 bei einer Auseinandersetzung mit der niederländisch-dänischen Flotte gesunken. Es ging damals um die Macht im Mare Baltikum und 600 Seeleute mussten bei dem Untergang ihr Leben lassen, wie der Professor für Meeresarchäologie an der Hochschule Södertörn, Johan Rönnby, dem Schwedischen Rundfunk bestätigt.

„Das war ein ziemlich dramatischer Untergang, der später mehrfach wiedergegeben wurde. Es war der Kampf unter Fürhung von Admiral Klas Uggla. Sein Schiff hat in der schwedischen Geschichte eine ziemlich heroische, ja nahezu mythische Rolle erhalten.“

Jetzt haben Taucher das Wrack der „Svärdet“ in großer Tiefe vor Öland entdeckt. Weil es so schlecht erreichbar war, wurde das über 400 Jahre alte Schiff, von Plünderungen verschont, wie Johan Rönnby bestätigt: „Alles ist noch erhalten. Wir wissen von vielen Kanonen. Das waren ja schwimmende Artillerieplattformen. Die Taucher haben im Vorschiff auch die komplett intakte Kombüse gefunden.“

Laut Taucher Richard Lundgren ist es ziemlich sicher, dass es sich tatsächlich um „Svärdet“ handelt. Das hätten Analysen des Schiffsholzes ergeben.

Zweiter Fund

Bereits in diesem Sommer war nördlich vor Öland ein weiteres, noch älteres Wrack gefunden worden. Die „Mars“ war bei einer Seeschlacht im Jahr 1564 gesunken. Sie konnte identifiziert werden, weil der Name des Schiffes in die Kanonen eingraviert war.

 „Jedes Wrack für sich ist schon einzigartig“, schwärmt Taucher Lundgren: „So unberührte Funde, die seit über 400 Jahren dort unten liegen, das gibt es sonst nicht.“

Mit der „Wasa“ im gleichnamigen Stockholmer Museum, verfügt Schweden bereits über eine Touristenattraktion. Eine Bergung von „Svärdet“ oder „Mars“ ist jedoch laut Johan Rönnby unwahrscheinlich: „Wir hoffen, ein Forschungsprojekt in Gang setzen zu können, das sich mit diesen großen Schiffen befasst. Zusammen mit Kollegen wollen wir Wrackteile bergen und damit die Geschichte lebendig machen. Aber eine völlige Bergung wird wohl nicht drin sein.“

Dazu liegt das Wrack zu tief. Doch der Fund von „Svärdet“ hat seine dramatische Geschichte wieder ans Licht der Öffentlichkeit gebracht.

Dieter Weiand

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