Profit geht vor

Ericsson-Handys helfen Syriens Diktatur

Der schwedische Telekom-Riese Ericsson versieht Syrien mit Technik, die es ermöglicht, die Aktionen der Opposition mithilfe von Handys zu verfolgen. Das berichtet das Schwedische Fernsehen unter Berufung auf Oppositionelle. Die Aktivisten können demnach über ihre Mobiltelefone genau geortet werden. Ericsson ist zudem weiterhin mit einer Vertretung in Syrien präsent, obgleich das harte Vorgehen des Regimes gegen Demonstranten in den vergangenen Monaten mehrere Tausend Menschenleben gekostet hat.

Ericsson gehört zu den Ausstattern von Syriens Mobilfunksystem. Ericssons RANOS(Radio Acess Network Operational Support)-System ermögliche es, die Positionierung der Handys sämtlicher Abonnenten einzusehen, bestätigte Lars-Olov Strömberg, Forscher für IT-Sicherheit an der Königlichen Technischen Hochschule Stockholm. Die Treffsicherheit betrage fünf bis zehn, auf dem Land 100 bis 200 Meter.

Die Ortungsfunktion ist mittlerweile Teil aller modernen Mobilfunksysteme. Die Exaktheit ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. In vielen Ländern wird die Funktion vor allem genutzt, um beispielsweise die Position eines Anrufers zu bestimmen, der einen Krankenwagen anfordert, oder um Verbrechen zu bekämpfen. Ein Ericsson-Sprecher sagte auf Anfrage, das Unternehmen trage keine Verantwortung für einen möglichen Missbrauch der gelieferten Ausrüstung. Grundsätzlich sei Kommunikation für die Entwicklung von Menschenrechten von Vorteil.

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