Norwegen

Fischdumping - bei uns nicht

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Norwegen will ein Rückwurfverbot für alle EU-Fischer erwirken. Die zuständigen Minister aus Schweden, Norwegen und Dänemark haben bereits ein Abkommen gegen das Zurückwerfen kleiner Fische in den Skagerrak unterzeichnet. Die Verhandlungen mit der Europäischen Union laufen auf vollen Touren, denn um bindend zu sein müssen die Abkommen EU-Gesetz werden. Falls die EU sich weigert, kann Norwegen seine Fischereizone im Skagerrak im August 2012 sperren. Schweden würde dann rund 20 Prozent seines Krabbenfangs verlieren.

Zigtausend Tonnen Kabeljau aus dem Skagerak werden wieder über Bord geworfen. Wenn die Trawler mehr als die zugelassene Quote aus der Tiefe holen oder kleine Fische in die Netze bekommen, wird manchmal fast die Hälfte des Fangs wieder ins Meer gekippt – die meisten Tiere sind dann schon tot.

Norwegen betrachtet dieses Verfahren als Vergeudung, sagt Geir Ervik, Berater des norwegischen Fischereiministeriums: „Wir sind schon immer der Ansicht gewesen, dass man hochwertige Lebensmittel nicht einfach ins Meer werfen darf. Das ist anstößig.“

Abmachungen gekündigt

Seit den sechziger Jahren haben Schweden, Dänemark und Norwegen ein Fischereiabkommen für den Skagerrak. Diesen Vertrag hat die Regierung in Oslo jedoch vor zwei Jahren gekündigt, ab Sommer 2012 gilt er nicht mehr. Norwegen hat seit 20 Jahren ein Rückwurfverbot und fordert nun, dass die EU es auch einführt. Demnach müsste jeder EU-Trawler künftig jeden gefangenen Fisch mit an Land bringen und registrieren lassen. Jeder Fisch - egal wie klein und welcher Art – würde dann auf die jährliche Fangquote angerechnet. Das kann dazu führen, dass ein Fischer, der beim Seelachsfang nebenbei zu viel Kabeljau mitbringt, nicht für diesen Nebenfang bezahlt wird.

Besserer Fischbestand in Norwegen

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die norwegischen Gewässer durch das Rückwurfverbot weniger abgefischt sind als EU-Gewässer. Die Experten hoffen, dass die Fischer die Maschengröße ihrer Netze und ihre Fanggebiete so aussuchen, dass sie die bedrohten Fischarten – zum Beispiel Scholle und Kabeljau - schonen.

Schwedens und Dänemarks Fischereiminister unterstützen die norwegische Forderung, erklärt Bengt Kåmark von der Schwedischen Meeres- und Wasserbehörde: „Wenn wir das Abkommen nicht unterzeichnen, kann Norwegen sein Rückwurfverbot einseitig erzwingen oder EU-Schiffe daran hindern dort zu fischen.“

Emy Krüger/Sybille Neveling

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