Rätseln über die Ursachen:

Fischschwund in der Hanö-Bucht

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So gut wie alle Speisefischvorkommen  sind in den letzten Jahren aus den küstennahen Ostseegewässern um Skåne verschwunden. Eine Bestandsaufnahme der Provinzialverwaltung zeigt, dass die Lage schlimmer ist, als befürchtet.

„Das ist viel, viel schlimmer geworden. Man kann einen Kilometer Netze auslegen, ohne einen einzigen Dorsch zu bekommen. Die Bucht ist völlig leer“, klagt Nils Losell, Berufsfischer in Vitemölla bei Kivik.

Im reizvollen Hafen des Dorfes liegen großenteils Hobbyboote, aber einige wenige Berufsfischer sind dort noch tätig. Sie haben in der Hanöbucht dieselben Erfahrungen gemacht wie Nils Losell und im vorigen Jahr Alarm geschlagen, weil die wenigen Fische, die sie fingen, krank und voller Wunden waren. Im gesamten Küstenabschnitt von Skåne ist die Lage ähnlich.

„In Gewässern seichten bis zu 50 Metern Tiefe gibt es keinen Fisch“, stellt der Fischereidirektor der Provinzialverwaltung, Johan Wagnström fest. „Weder Dorsch noch Seeforellen oder andere Speisefische. Normalerweise hat es hier immer Fisch gegeben.“

Ernstzunehmende Signale

Insgesamt besteht eigentlich in dieser Gegend kein Dorschmangel, die Fische haben sich allerdings in tiefere Gewässer zurückgezogen. Für die Küstenfischer reicht der Fang jetzt nicht mal, um den Treibstoff für die Boote zu bezahlen. Die Behörde geht der Frage nach, was der Fischmangel über den Zustand des Meeres aussagt.

„Wir wissen nicht, warum die Fische verschwinden. Aber wir nehmen ernst, dass die Brutstätten für Fisch leer stehen“, sagt Johan Wagnström.

„Das muss irgendwas mit der Wasserqualität zu tun haben“, vermutet Fischer Nils Losell. „Vielleicht hat die Fischbrut dort einfach nichts zu fressen.“

Mögliche Ursachen

Das Meer kann die massive Überdüngung aus der Landwirtschaft in Skåne nicht mehr ausgleichen und kippt an seichten Stellen um.

Oder: die Strömungen im entsprechenden Gebiet haben sich verändert. Die Provinzialverwaltung lässt dies durch eine Analyse des Schwedischen meteorologischen Dienstes (SMHI) klären und den Sauerstoffgehalt des Wassers untersuchen.

„Wir wissen nicht, warum die Fische verschwinden. Aber wir nehmen ernst, dass die Brutstätten für Fisch leer stehen“, sagt Johan Wagnström. „Das ist ein enormes Problem.

Die Küstenfischer fürchten derweil um ihre Existenz: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich zur letzten Generation von Fischern hier im Dorf gehöre“, sagt Nils Losell leise.

Fredrik Svenningsson / Sybille Neveling

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