Nicht so, wie im Lehrbuch
Gesund und lecker

Studie: Schulessen verbesserungsbedürftig

Schulessen kommt ohne Eisen und D-Vitamin aus
2:20 min

In mehr als jeder zweiten schwedischen Schule entspricht das Essen nicht den Anforderungen an nährstoffreiche Kost. Dies zeigt die bisher größte Studie auf dem Gebiet, durchgeführt vom Karolinska Institut. Nicht nur Eltern und Schüler klagen seit Jahren über die Qualität des Schulessens. Auch die zuständigen Behörden reagieren nun kritisch auf die Studienergebnisse.

Erst kürzlich schlug Landwirtschaftsminister Eskil Erlandsson vor, dass sich das schwedische Schulessen ausgezeichnet als Exportartikel für Deutschland eignen würde. Spätestens die neue Studie lässt an dieser Idee Zweifel aufkommen. Wie die Untersuchung von 191 Schulen zeigt, servieren nur gut 6 Prozent von ihnen Essen, das die vorgeschriebenen Richtwerte für Eisen, D-Vitamin, Fette und Ballaststoffe enthält. Nur wenige Schulen befolgen etwa die Empfehlung, regelmäßig fettreichen Fisch sowie Blutpudding aufzutischen. Ebenfalls empfohlen wird, zwei Gerichte sowie eine vegetarische Alternative anzubieten. Daran hält sich nur jede zweite Mensa. 

Zusammengestellt hat die Daten eine Forschergruppe des Karolinska Instituts. Finanziert wird das Projekt von mehreren Behörden, darunter die Landwirtschaftsbehörde, der Verband der Kommunen und Provinziallandtage und die Lebensmittelbehörde. Dass ihre Kostempfehlungen von so vielen Schulen in den Wind geschlagen werden, sei betrüblich, meint Projektleiterin Emma Patterson gegenüber Radio Schweden. 

„Die Gründe können verschiedene sein. Es kann an den Ressourcen einer Schule liegen, aber auch außerhalb ihrer Kontrolle. Das muss noch genauer analysiert werden. Die Lebensmittelbehörde hat schon vor drei Jahren kontrolliert, in welchem Maß die Schulen den Empfehlungen nachkommen. Das Ergebnis lässt leider zu wünschen übrig. Diese Beobachtung können wir bestätigen.“ 

Qualität variiert

Die Lobbyorganisation „Freunde des Schulessens“ (Skolmatens vänner) kämpft seit Jahren für eine flächendeckend ansprechende und gehaltvolle Schulspeisung und kontrolliert die Kommunen regelmäßig. Ihre Vorsitzende, Annika Unt Widell, sieht landesweit nach wie vor erhebliche Qualitätsunterschiede: „Größere Städte haben unserer Erfahrung nach oftmals ein kostpolitisches Programm, also ein Dokument, das die Politiker abgesegnet haben, weil sie bestimmte Vorstellungen vom Schulessen haben. Kleinere Kommunen haben so ein Dokument eher selten. Die Qualität variiert also leider stark.“ 

Seit einem Jahr schreibt das Schulgesetz eine nährstoffreiche Schulspeisung vor. Nun arbeitet die Schulaufsicht an Vorschlägen, wie das Gesetz rein praktisch umgesetzt werden soll.

Liv Heidbüchel/ Alberico Lecchini/ Olgica Lindquist

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